Viele Menschen gehen in dem Glauben durchs Leben, dass materieller Wohlstand, Karriere oder Schönheit die Quellen des Selbstwertgefühls sind. Kein Wunder, sind unsere gesellschaftlichen Normen und Werte doch seit frühester Kindheit darauf ausgelegt und anerzogen. Doch unseren wahren Selbstwert erkennen wir nur, wenn wir uns gezielt mit uns selbst befassen und mit dem, was wir in unserem tiefsten Inneren sind und sein wollen. 

 

Wie äußert sich ein geringes Selbstwertgefühl?

Manche Menschen laufen mit einem bewundernswerten Selbstbewusstsein durchs Leben, als gäbe es niemanden, der toller oder schöner ist als sie. Und dann gibt es die anderen, die ständig an sich zweifeln, die sich nichts zutrauen und sich nicht hübsch oder liebenswert genug fühlen. Dabei sind sie ganz wunderbare Menschen mit unglaublich viel Potenzial, das sie selbst jedoch nicht erkennen. 

 

Dieses mangelnde Selbstwertgefühl treibt viele dazu, sich mit Dingen abzufinden, die sie eigentlich nicht wirklich glücklich machen. Sie üben einen Job aus, der sie nicht erfüllt. Von der erträumten Karriere haben sie sich längst verabschiedet, denn das können ja nur die anderen. Statt einer glücklichen Beziehung mit gegenseitigem Respekt fügen sich viele in eine Partnerschaft, in der sie schlecht behandelt und kleingehalten werden – aus Angst, niemand sonst könnte sie mögen oder gar lieben. 

 

Die meisten Frauen kennen ein geschwächtes Selbstwertgefühl nur zu gut, wenn es um das Aussehen geht: Nicht schlank genug, nicht hübsch genug, nicht groß genug, der Bauch zu dick, die Oberweite zu klein, der Po zu breit – viele sind mit ihrem Aussehen unzufrieden und würden sich am liebsten verstecken. 

 

Es gibt jedoch auch das andere Extrem: Das sind diejenigen, die andere erniedrigen, um sich selbst besser zu fühlen. Sie definieren sich gerne über materielle Werte wie Auto, Haus und anderen Luxus mit dem Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung. Dabei leiden auch sie unter einem geringen Selbstwertgefühl und versuchen das zu überspielen. 

 

 

Wie kann ich mein Selbstwertgefühl stärken?

Hast Du Dir schon einmal Gedanken über Deine Makel gemacht? Und dabei festgestellt, dass die Liste ganz schön lang wird, wenn Du sie alle aufschreiben würdest? Und wie sieht es mit Deinen Stärken aus? Würdest Du sie an einer Hand abzählen? Dann ist es höchste Zeit, Dein Selbstwertgefühl zu stärken.

 

Denn wer bestimmt überhaupt die Norm und wer schreibt Dir vor, ob Du gut, schön oder reich genug bist? Die Antwort: Du selbst und nur Du allein! Denn im Wort „Selbstwertgefühl“ steckt ein wichtiger Hinweis: Wert. Genaugenommen der Selbstwert, den viele von uns viel zu niedrig ansetzen. Oft werden materielle Dinge von uns viel mehr wertgeschätzt als wir selbst. Wir mögen andere Menschen oft mehr als uns selbst. Und wir trauen anderen oft mehr zu als uns selbst. 

 

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl stehen sich selbst im Weg. Dabei sind nur wenige Schritte nötig, um sich selbst zu mögen und mit all seinen Fehlern zu akzeptieren.

 

Selbstwertgefühl

 

5 Schritte auf dem Weg, Dich selbst zu mögen

Um Dein Selbstwertgefühl zu stärken, kannst du dich nicht auf andere Menschen verlassen. Denn wie sie Dich einschätzen oder bewerten, spielt überhaupt keine Rolle. Der einzige Mensch, der sich eine Meinung von Dir bilden darf, bist Du selbst. Doch wie geht das und wie kannst Du Deine Einstellung Dir gegenüber verändern, die Dir vermutlich seit frühester Kindheit anerzogen wurde? Die gesellschaftlichen Normen und Werte lassen sich nicht von heute auf morgen vergessen machen, doch Schritt für Schritt kannst Du daran arbeiten.

 

Der Psychotherapeut Nathaniel Branden beschreibt beispielsweise in seinen Büchern „How to raise your self-esteem“ und „Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“ das Selbstwertgefühl als ein Dach, das von verschiedenen Säulen getragen wird. Diese stehen sinnbildlich dafür, wie wir leben, wie viel Verantwortung wir übernehmen und wie authentisch wir sind. Während das Dach unverändert bleibt, können die Säulen gestärkt werden. Dazu gibt es fünf Schritte auf dem Weg zu einem besseren Selbstwertgefühl:

 

1. Das Selbstkonzept überdenken
Wenn wir uns immer wieder einreden, wir können das nicht, dann wird es auch tatsächlich so eintreten. Anders gesagt: Wenn wir nicht an uns glauben, können wir unsere Ziele auch nicht erreichen. Wenn wir jedoch mehr Selbstvertrauen haben und sehr wohl an unsere Fähigkeiten glauben, können wir Berge versetzen. Es ist also das Bild, das wir von uns selbst haben, das uns schwach macht, aber auch stärken kann. Ein positives Selbstkonzept führt demnach auch zu einem stärkeren Selbstwertgefühl. Unterschätze niemals die Macht, die Dein Denken und Deine Einstellung ausüben!

 

2. Bewusst leben
Um die Dinge so zu sehen, wie sie tatsächlich sind, musst Du mit offenen Augen durchs Leben gehen. Wegschauen oder die Dinge lieber nicht so genau wissen zu wollen ist keine Alternative. Indem Du Dich Problemen bewusst stellst, wird Dein Selbstwertgefühl zunehmend stärker. Das mag anfangs ein gewisses Maß an Überwindung kosten, doch allmählich wirst Du den positiven Effekt wahrnehmen. Also nutze Deine Fähigkeiten und übernimm Verantwortung für Deine Handlungen. Dazu gehört es auch, Warnsignale zu erkennen und Dir die Dinge nicht schönzureden, beispielsweise bei Beziehungsproblemen oder Unstimmigkeiten zwischen Kollegen.

 

3. Sich selbst akzeptieren
Lerne Dich selbst zu akzeptieren und zufrieden zu sein mit dem, was Du hast und bist. Mit all Deinen Fehlern und Schwächen. Aber auch mit all Deinen Stärken. Denn das sind mehr, als Du vielleicht denkst. Obwohl die Stärken und positiven Eigenschaften meist als wertvoller angesehen werden, solltest Du jedoch auch Deine Schwächen nicht ignorieren, sondern als Teil von Dir betrachten. Das gilt genauso für Ereignisse aus der Vergangenheit. Versuche mit dem Vergangenen abzuschließen, es als wichtigen Teil Deines Lebens anzunehmen und nach vorne zu blicken. Auch wenn Du Fehler machst, bewerte sie nicht negativ, sondern positiv: Aus jedem Fehler kannst Du lernen, noch besser werden und Dich weiterentwickeln. Diese Strategie führt dich langfristig zum Erfolg. 

 

4. Verantwortung übernehmen
Ergreife die Initiative und nimm die Dinge selbst in die Hand. Wenn Du alles nur passiv geschehen lässt, wird das Dein Selbstwertgefühl nicht steigern. Wenn Du allerdings aktiv wirst und Situationen, Beziehungen und Dein ganzes Leben selbst gestaltest, hast Du am Ende des Tages das gute Gefühl, etwas erreicht zu haben. Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Schritt in Richtung gestärktes Selbstwertgefühl. Verantwortung für die eigenen Worte und Taten zu übernehmen macht Dich zwar in gewisser Weise verwundbar, lässt Dich jedoch auch an jeder noch so kleinen Entscheidung wachsen.

 

5. Authentisch leben
Bist Du Du selbst oder versteckst Du Dich hinter einer Fassade? Stehst Du zu dem, was Du denkst, sagst und tust? Oder benutzt Du öfter eine Notlüge und schwindelst, weil Du das sagen möchtest, was andere von Dir erwarten? Authentisch und ehrlich zu sein, fällt vielen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl schwer. Sie wollen es allen rechtmachen und suchen die Anerkennung von außen. Dabei ist es enorm wichtig, ganz bei sich selbst zu sein. Das heißt natürlich nicht, dass Du bei jeder Gelegenheit Deine Meinung laut kundtun musst. Für den Anfang reicht es schon, Deine eigenen Werte zu vertreten, auch wenn Kollegen, Freunde oder Familie vielleicht anderer Auffassung sind. Denn je öfter Du Dich selbst behauptest, umso mehr wächst auch Dein Selbstwertgefühl. 

 

Warum es sich lohnt, sein Selbstwertgefühl zu stärken

Ein geringes Selbstwertgefühl ist ein Hindernis auf dem Weg zum Glücklichsein. Denn die ständigen Selbstzweifel halten uns klein und unwichtig, obwohl wir eigentlich insgeheim gerne nach den Sternen greifen würden. Wenn Du diese fünf Schritte gehst und Dich selbst hinterfragst, wirst Du allmählich eine Veränderung feststellen. Höre auf Deine innere Stimme, beobachte Dein Verhalten in bestimmten Situationen und lerne Schritt für Schritt, wer Du bist, was Du kannst, was Dir gut tut und was Dir beim Verwirklichen Deiner Träume hilft.