Die Komfortzone ist der Bereich, in dem wir uns wohlfühlen. Alles geht seinen geregelten Gang, Bequemlichkeit wird neuen Herausforderungen und möglichen Konflikten vorgezogen. Doch manchmal ist es einfach notwendig, die Komfortzone zu verlassen, um im Leben voranzukommen. Wie Du das schaffst, erfährst Du hier.
 

Was bedeutet „raus aus der Komfortzone“?

Deine Komfortzone kannst Du Dir wie Dein Sofa vorstellen. Es ist kuschelig, weich und gemütlich. Doch manchmal musst Du aufstehen und die Bequemlichkeit überwinden, um in die Küche zu gehen, ins Bad oder an die Haustüre, wenn jemand klingelt. Genauso ist es im wahren Leben.

Du hast Dir Deinen Alltag bequem eingerichtet, alles geht seinen Lauf ohne großes Risiko. Das ist grundsätzlich auch in Ordnung, denn Struktur ist besser als Chaos im Leben. Doch auch im Alltag gibt es Situationen, in denen Du aus Deinem Trott ausbrechen musst. Diese werden jedoch gerne gemieden, anstatt sich der Herausforderung zu stellen. Doch oft ist die Komfortzone zwar die einfachere, aber nicht unbedingt die bessere Wahl.

In diesen Situationen solltest Du ernsthaft den Sprung ins kalte Wasser in Erwägung ziehen, um Dich weiterzuentwickeln:

  • Du fühlst Dich eingeengt, wagst jedoch nicht den Schritt in die Freiheit.
  • Du bist im Job unzufrieden, suchst Dir aber aus Bequemlichkeit keinen neuen.
  • Du würdest Dich gerne mehr bewegen, doch Dein innerer Schweinehund hält Dich vom Sport ab.
  • Du würdest Dich gerne gesünder ernähren, doch Fast Food und Fertigprodukte sind einfach zu verlockend.
  • Du hast das Gefühl, dass andere über Deinen Kopf hinweg bestimmen, legst aber kein Veto ein.
  • Du hast das Gefühl, auf der Stelle zu treten, findest jedoch keine Motivation, etwas zu verändern.
  • Die Arbeit wächst Dir über den Kopf, doch Du traust Dich nicht, Nein zu sagen.
  • In der Beziehung lebt ihr schon länger nur noch nebeneinander her, doch eine Trennung bedeutet zu viel Unsicherheit und Neuerungen.
  • Du läufst einer attraktiven Person über den Weg, traust Dich aber nicht, sie anzusprechen.


Ursachen für das Verharren in der Komfortzone

Manchmal ist es einfach nur Bequemlichkeit, wenn Du neue Herausforderungen meidest. Abends nach Feierabend ist es eben gemütlicher, auf dem Sofa zu sitzen und fernzusehen. Ein Spaziergang wäre zwar die gesündere Alternative, ist aber eben mit Überwindung verbunden.

Doch es gibt auch Ursachen für das Verharren in der Komfortzone, die tiefer gehen:

  • ein geringes Selbstbewusstsein
  • mangelndes Selbstvertrauen
  • Angst vor Zurückweisung
  • Versagensängste
  • Angst andere zu enttäuschen oder enttäuscht zu werden
  • Unsicherheit

Leider ergeben sich durch solche Ängste jede Menge verpasste Gelegenheiten zu mehr Lebensglück und Freiheit. Mit ein wenig mehr Mut gelingt es Dir jedoch, Deine Komfortzone öfter zu verlassen und Deine Ziele zu erreichen.


Wie komme ich raus aus der Komfortzone?

Das Gute ist: Du kannst Deinen Mut trainieren. In kleinen Schritten lernst Du, Nein zu sagen und Dich unbequemen Situationen zu stellen. Oft bringt Dich schon eine kleine Veränderung oder Konfrontation weiter. Vor allem bringt es Dich näher an Dein Lebensglück und ans Erreichen Deiner Ziele. Weniger Stress in der Arbeit, ein Job, der Dir Spaß macht, neuer Schwung in der Beziehung, mehr Lebensfreude – all das erfordert manchmal, die Komfortzone zu verlassen. Und so geht’s:

1. Komfortzone erkennen

Um zu wissen, wie Du aus Deiner Komfortzone heraustreten kannst, musst Du erst einmal die Grenzen ausloten. Dazu hilft es, Dich im Alltag selbst zu beobachten. Wann wählst Du den einfacheren Weg? Welche Situationen meidest Du? Wann gehst Du einfach nur Deinen Gewohnheiten nach, ohne überhaupt über eine andere Option nachzudenken? Hast Du Deine Verhaltensmuster erst erkannt, kannst Du sie ändern.

2. Kleine Schritte wagen

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt, der Dich nach vorne bringen würde, den Du jedoch aus Bequemlichkeit nicht machst. Dieser eine kleine Schritt raus aus Deiner Komfortzone kann jedoch die Welt verändern. Auf einen Schritt folgt der nächste, deshalb wage diesen ersten Schritt. Das kann für den Anfang einfach eine Veränderung Deiner Gewohnheiten sein. Statt abends Fernzusehen gehst Du noch eine Runde um den Block. Statt mit dem Auto in die Arbeit zu fahren, nimmst Du das Fahrrad. Diese kleinen Ausbrüche aus Deiner Komfortzone stärken Dein Selbstvertrauen und wecken die Lust auf mehr.

3.  Nein sagen

Immer wieder wirst Du um einen Gefallen gebeten, im Freundeskreis, in der Arbeit, in der Partnerschaft. Immer wieder sagst Du Ja, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Die Angst vor Ablehnung oder jemanden mit einer Absage zu enttäuschen ist einfach zu groß. Wenn Du jedoch eigentlich lieber Nein sagen würdest, dann tu es auch. Höre auf Deine Bedürfnisse und tue das, was Du tief in Deinem Inneren für richtig hältst. Formuliere das Nein freundlich mit einem Lächeln und niemand wird Dir böse sein.

4. Ja sagen

Auf der einen Seite solltest Du lernen, anderen Menschen gegenüber öfter Nein zu sagen, wenn Sie Deine Grenzen überschreiten. Auf der anderen Seite solltest Du aber auch öfter Ja zu Dir selbst sagen. Bietet sich eine neue Herausforderung, blocke nicht direkt ab, sondern traue Dir mehr zu. Sag einfach einmal Ja und wage den Versuch. Trau Dich!

5. Aus Fehlern lernen

Jeder Mensch macht Fehler. Denn Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen. Sieh Fehler deshalb nie als Niederlage oder Versagen an. Akzeptiere sie und nimm sie als Erfahrung mit. Fehler zu begehen, ist keine Schwäche. Vielmehr ist es eine Stärke, das Positive hinter dem Fehler zu erkennen und für die Zukunft zu nutzen.

6. Sei offen für Neues

Trau Dich, etwas Neues zu machen. Vielleicht ein neues Hobby, eine neue Stadt besichtigen, eine Reise, die Du schon immer machen wolltest, nimm einen neuen Job an, der Dir Spaß macht, lerne neue Leute kennen. Halte die Augen offen und überlege, welche Ziele Du hast. Und dann überlege, was Dich daran hindert, sie zu erreichen. Je mehr Du Dich neuen Möglichkeiten öffnest, umso näher kommst Du auch Deinen Zielen.

7. Erkenne Deine Fähigkeiten

Oft unterschätzen wir unsere Fähigkeiten und reden uns selbst ein, dass wir dies und das nicht können. Damit machen wir uns jedoch oft selbst etwas vor. Denn vieles lehnen wir von vorneherein ab, ohne es überhaupt probiert zu haben. Dabei schlummern viele ungeahnte Fähigkeiten in uns, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Gehe also auf die Suche nach Deinem Potenzial. Vielleicht bist Du kreativer als Du denkst. Vielleicht bist Du sportlicher oder belastbarer als Du bisher angenommen hast. Vielleicht kannst Du gut organisieren, gut mit anderen Menschen umgehen, Gedichte schreiben oder lernst schnell neue Sprachen. Finde Deine Talente und lass Dir von ihnen neue Wege zeigen. Das stärkt gleichzeitig Dein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

8. Motiviere Dich

Wenn Du Deine Komfortzone verlassen willst, brauchst Du die Motivation, den Schweinehund zu überwinden und durchzuhalten. Vielleicht stehen Dir Freunde oder Partner zur Seite, die Dir Mut zusprechen und Dich motivieren. Doch mit etwas Selbstmotivation kannst Du es auch alleine schaffen, Deine Ziele zu erreichen. Du selbst bist Dein bester Coach. Damit Du das nicht vergisst, kannst Du Deine Vorsätze auf einen Zettel schreiben. Was möchtest Du erreichen? Und was ist Deine Motivation? Bei einem Durchhänger erinnert Dich dieser Zettel immer wieder daran und hilft Dir beim Durchhalten.

9. Belohne Dich

Eine gute Motivation sind Belohnungen. Wenn Du das Gespräch mit dem Chef hinter Dir hast, gönnst Du Dir eine Massage. Wenn Du die ganze Woche nach Feierabend noch Sport gemacht hast, gehst Du am Wochenende schick essen. Mit der Belohnung vor Augen fällt es Dir leichter, den Mut zu fassen, Deine Komfortzone zu verlassen.

10. Selbstwert stärken

Das Umsetzen der genannten Tipps wird sich auch auf Dein Selbstwertgefühl auswirken. Denn Du erkennst Deine Talente und Stärken und beginnst, klare Ziele zu formulieren. Du bekommst mehr Vertrauen in Deine Fähigkeiten und kannst Deine Bedürfnisse verteidigen. Mit mehr Selbstbewusstsein fällt es Dir zunehmend leichter, aus Deiner Komfortzone herauszutreten und neuen Herausforderungen entgegenzutreten.


Manchmal braucht es wirklich nur ein kleines bisschen mehr Mut, um das Leben zum Positiven zu verändern. Denn die Komfortzone zu verlassen, bedeutet nicht gleich, den kompletten Alltag umzukrempeln. Es bedeutet einfach, an manchen Stellen aus dem Trott auszubrechen, um mehr innere Zufriedenheit und Lebensglück zu erlangen.