Was ist eine toxische Beziehung?

Wer Liebe gibt, möchte auch Liebe zurückbekommen. In toxischen Beziehungen liebt ein Partner jedoch mehr als er vom anderen zurückbekommt. Eine genaue Definition für eine toxische Beziehung gibt es nicht, außer dass sie vergiftet und somit ungesund ist. Sie kostet mehr Kraft als sie gibt und entzieht unnötig viel Energie.

In einer vergifteten Beziehung sind beide Partner nicht gleichwertig, sondern einer wird vom anderen dauerhaft unterdrückt, kleingehalten, kontrolliert und in eine emotionale Abhängigkeit gedrängt. Das kann durch emotionale Erpressung, Manipulation, Machtspiele, psychische oder sogar körperliche Gewalt geschehen. Im schlimmsten Fall hat der Partner eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, die als unheilbar gilt.

Ist der anfängliche Zauber des Verliebtseins vorbei, zeigt sich schnell der Egoismus des Partners, der seine eigenen Bedürfnisse rücksichtslos in den Mittelpunkt stellt. Das führt zwangsläufig zu Diskussionen und Streitereien, die auf die Dauer sehr kräftezehrend sein können.

 

Woran kann ich eine toxische Beziehung erkennen?

Oft erkennen Außenstehende die Anzeichen einer toxischen Beziehung schneller als die Betroffenen selbst. Denn nur zu oft reden sie sich ihre Beziehung schön, die in Wahrheit jedoch sehr viel mit Selbstaufgabe und dem Zurückstecken der eigenen Bedürfnisse zu tun hat. Meist entwickeln sich die Anzeichen schleichend und können deshalb lange Zeit ignoriert werden - Liebe macht eben manchmal blind.

Hier findest Du eine Checkliste mit 13 Merkmalen, woran Du erkennen kannst, ob Du in einer toxischen Beziehung steckst:

1. Du steckst sehr viel Liebe und Energie in die Partnerschaft, bekommst jedoch nur wenig zurück.

2. Du tust alles für Deinen Partner, kannst es ihm aber einfach nicht recht machen.

3. Du verteidigst sein inakzeptables Verhalten vor anderen Menschen.

4. Dein Partner isoliert Dich zunehmend von Freunden und Familie und redet schlecht über sie.

5. Dein Partner wirkt nach außen hin sehr charmant, wird zu Hause jedoch zum wahren Ekelpaket.

6. Dein Partner macht Dich oft völlig grundlos nieder.

7. Dein Partner verletzt Dich bewusst verbal oder sogar körperlich.

8. Dein Partner erniedrigt Dich vor anderen Menschen.

9. Dein Partner gibt Dir ständig die Schuld für Dein eigenes Unglück, bis Du schließlich selbst davon überzeugt bist.

10. Dein Partner lässt seine schlechte Laune immer an Dir aus, hat extreme Gefühlsschwankungen und ist unberechenbar.

11. Er versucht Dich durch Liebesentzug zu manipulieren.

12. Dein Partner kennt Deine Schwächen ganz genau und weiß, womit er Dich am meisten verletzen kann.

13. Dein Partner gibt sich bei Diskussionen nicht einmal die Mühe, Deinen Standpunkt zu verstehen.

Eine toxische Liebe beginnt oft sehr leidenschaftlich. Ist diese anfängliche Leidenschaft verflogen, zeigt der Partner sein wahres Gesicht. Die Hoffnung, dass es wieder so schön werden könnte wie zu Beginn, lässt viele an der Beziehung festhalten - oft jedoch viel zu lange. Denn wer über lange Zeit ignoriert, dass es ihm in der Beziehung mehr schlecht als gut geht, nimmt seelischen oder auch körperlichen Schaden.

 

Wie entsteht eine toxische Beziehung?

Zu einer toxischen Beziehung gehören immer zwei: Der eine, der den anderen unterdrückt, und der andere, der es mit sich machen lässt. Toxische Menschen und Narzissten suchen sich ihre Partner bewusst aus. Sie brauchen jemanden, der formbar ist, ein schwaches Selbstwertgefühl besitzt und sich ihnen nicht widersetzt.

Wenn Du nun festgestellt hast, dass Deine Beziehung ebenfalls vergiftet sein könnte, liegt das nicht nur an Deinem Partner, sondern auch an Deiner eigenen Einstellung, die es zu hinterfragen gilt. Ein Problem hat jedoch eindeutig Dein Partner, der seine eigene innere Schwäche und Unsicherheit durch sein Machtverhalten überspielen will, um nach außen hin Stärke zu zeigen. Statt Fehler bei sich selbst zu suchen, schieb er sie lieber Dir in die Schuhe. Das solltest Du jedoch nicht länger akzeptieren.

 

Kann ich eine toxische Beziehung retten?

Wenn Du damit leben kannst, in der Beziehung eine untergeordnete Rolle zu spielen, Du Deine Bedürfnisse weiterhin hintanstellen möchtest und auf Lebensglück und Selbstverwirklichung verzichten kannst, dann kann ein Rettungsversuch vielleicht gelingen.

Dabei muss Dir jedoch klar sein: Bei einem toxischen Partner kann eine Therapie vielleicht eine Annäherung bewirken, einen Narzissten wirst Du jedoch nie ändern. Auch wenn er Dir noch so oft Versprechungen macht, wird er sie dennoch nicht umsetzen und Du steckst weiterhin in der Abhängigkeitsspirale fest.

Die Frage lautet: Willst Du die toxische Beziehung überhaupt retten? Die einzige Möglichkeit besteht dann darin, den Partner verstehen und mit ihm umgehen zu lernen. Wenn Du wirklich an Deiner Beziehung festhalten möchtest, solltest Du Dir von einem erfahrenen Therapeuten helfen lassen. Vorausgesetzt, Dein Partner ist ebenfalls bereit, an sich zu arbeiten.

Aber hast Du nicht eigentlich ein bisschen mehr Glück verdient? Bist Du nicht ein wertvoller Mensch, der auch geschätzt werden möchte? Dann solltest Du Dich aus der vergifteten Partnerschaft lösen und nach vorne blicken, statt darauf zu hoffen, dass Dein Partner die anfängliche Leidenschaft eines Tages wieder zeigt.

 

Wie kann ich mich aus einer toxischer Beziehung befreien?

Der Weg aus einer toxischen Beziehung kann sehr steinig sein, da der Partner ganz genau weiß, wie er Dich manipulieren und zum Bleiben bringen kann. Ein Freund oder Verwandter, dem Du Dich anvertrauen und mit dem Du über Dein Problem sprechen kannst, ist eine erste Anlaufstelle. Mehr Erfahrung im Umgang mit solch ungesunden Beziehungen hat jedoch ein Therapeut.

Im Online-Kurs „Raus aus der Narzissmus-Falle“ von Bärbel Wardetzki lernst Du beispielsweise unter professioneller Anleitung, Dein Selbstwertgefühl aufzubauen, um Deinem Partner mit Selbstbewusstsein und Stärke entgegenzutreten, seine Strategie zu durchschauen und die toxische Verbindung endlich zu lösen.