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Kalender Aktualisiert: 29. Aug 2022

Was ist eine toxische Beziehung?

Eine toxische Beziehung ist laut Definition eine dysfunktionale, destruktive Beziehung, in der die Bedürfnisse eines der beiden Partner im Vordergrund stehen, während die des anderen nicht beachtet und übergangen werden.

Der dominante Part fordert die Befriedigung seiner Bedürfnisse ein, will mit aller Macht die Kontrolle übernehmen und schreckt auch vor Erniedrigung und emotionaler oder körperlicher Misshandlung nicht zurück.

Eine toxische Beziehung ist im wahrsten Sinne vergiftet und somit ungesund. Sie kostet mehr Kraft als sie gibt und entzieht unnötig viel Energie. Wer Liebe gibt, möchte auch Liebe zurückbekommen. Doch in toxischen Beziehungen liebt ein Partner mehr als er vom anderen zurückkriegt.

Die Partner sind nicht gleichwertig, sondern einer wird vom anderen dauerhaft unterdrückt, kleingehalten, kontrolliert und in eine emotionale Abhängigkeit gedrängt. Das kann durch emotionale Erpressung, Manipulation, Machtspiele, psychische oder sogar körperliche Gewalt geschehen.

Im schlimmsten Fall hat der Partner eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, die als unheilbar gilt.

Ist der anfängliche Zauber des Verliebtseins vorbei, zeigt sich schnell der Egoismus des Partners, der seine eigenen Bedürfnisse rücksichtslos in den Mittelpunkt stellt. Das führt zwangsläufig zu Diskussionen und Streitereien, die auf die Dauer sehr kräftezehrend sein können.

Wie erkenne ich eine toxische Beziehung?

Eine toxische Beziehung erkennst Du an verschiedenen Merkmalen - wenn Du es schaffst, die Partnerschaft mit neutralen Augen zu betrachten. Häufig bemerken Außenstehende die Anzeichen schneller als die Betroffenen selbst.

Denn nur zu oft reden sie sich ihre Beziehung schön, die in Wahrheit jedoch sehr viel mit Selbstaufgabe und dem Zurückstecken der eigenen Bedürfnisse zu tun hat. Meist entwickeln sich die Anzeichen schleichend und können deshalb lange Zeit ignoriert werden - Liebe macht eben manchmal blind.


An diesen 13 Merkmalen erkennst Du eine toxische Beziehung

An dieser Checkliste mit 13 Merkmalen kannst Du erkennen, ob Du in einer toxischen Beziehung steckst:

  1. Du steckst sehr viel Liebe und Energie in die Partnerschaft, bekommst jedoch nur wenig zurück.
  2. Du tust alles für Deinen Partner, kannst es ihm aber einfach nicht recht machen.
  3. Du verteidigst sein inakzeptables Verhalten vor anderen Menschen.
  4. Dein Partner isoliert Dich zunehmend von Freunden und Familie und redet schlecht über sie.
  5. Dein Partner wirkt nach außen hin sehr charmant, wird zu Hause jedoch zum wahren Ekelpaket.
  6. Dein Partner macht Dich oft völlig grundlos nieder.
  7. Dein Partner verletzt Dich bewusst verbal oder sogar körperlich.
  8. Dein Partner erniedrigt Dich vor anderen Menschen.
  9. Dein Partner gibt Dir ständig die Schuld für Dein eigenes Unglück, bis Du schließlich selbst davon überzeugt bist.
  10. Dein Partner lässt seine schlechte Laune immer an Dir aus, hat extreme Gefühlsschwankungen und ist unberechenbar.
  11. Er versucht Dich durch Liebesentzug zu manipulieren.
  12. Dein Partner kennt Deine Schwächen ganz genau und weiß, womit er Dich am meisten verletzen kann.
  13. Dein Partner gibt sich bei Diskussionen nicht einmal die Mühe, Deinen Standpunkt zu verstehen.

Eine toxische Liebe beginnt oft sehr leidenschaftlich. Ist diese anfängliche Leidenschaft verflogen, zeigt der Partner sein wahres Gesicht. Die Hoffnung, dass es wieder so schön werden könnte wie zu Beginn, lässt viele an der Beziehung festhalten - oft jedoch viel zu lange. Denn wer über lange Zeit ignoriert, dass es ihm in der Beziehung mehr schlecht als gut geht, nimmt seelischen oder auch körperlichen Schaden.

 

Welche körperlichen Symptome deuten auf eine toxische Beziehung hin?

Eine toxische Beziehung äußert sich nicht nur auf psychischer Ebene, sondern oft auch durch diese körperlichen Symptome:

  • Schlafprobleme
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Bauchschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Verspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Angststörungen

Der Körper wehrt sich förmlich gegen die ungesunden Lebensumstände und den ständigen psychischen Stress. Spätestens dann sollten bei Dir die Alarmglocken schrillen und zu einem Überdenken der Partnerschaft führen.

Was sind die Ursachen einer toxischen Beziehung?

Die Ursachen einer toxischen Beziehung bestehen darin, dass zwei Menschen mit gewissen Eigenschaften aufeinandertreffen: Der eine, der den anderen unterdrückt, und der andere, der es mit sich machen lässt. Denn zu einer toxischen Beziehung gehören immer zwei.

Toxische Menschen und Narzissten suchen sich ihre Partner bewusst aus. Sie brauchen jemanden, der formbar ist, ein schwaches Selbstwertgefühl besitzt und sich ihnen nicht widersetzt. Wenn Du nun festgestellt hast, dass Deine Beziehung ebenfalls vergiftet sein könnte, liegt das nicht nur an Deinem Partner, sondern auch an Deiner eigenen Einstellung, die es zu hinterfragen gilt. Warum suchst Du Dir einen solchen Partner aus?

Ein Problem hat jedoch eindeutig Dein Partner, der seine eigene innere Schwäche und Unsicherheit durch sein Machtverhalten überspielen will, um nach außen hin Stärke zu zeigen. Statt Fehler bei sich selbst zu suchen, schiebt er sie lieber Dir in die Schuhe. Das solltest Du jedoch nicht länger akzeptieren.

Was ist eine toxische Person?

Eine toxische Person ist der Part in der Beziehung, der dem anderen nicht guttut. Der mehr Energie entzieht als er zurückgibt. Der seine eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt, die des anderen jedoch ignoriert. Der alles kontrolliert und keine Freiräume lässt. Der wegen Kleinigkeiten einen Streit anfängt. Der die Unsicherheiten des anderen nutzt, um ihn vor anderen bloßzustellen. Der an allem etwas zu bemängeln findet. Der andere unter Druck setzt.

In vielen toxischen Beziehungen ist einer der beiden Partner narzisstisch veranlagt. Doch auch die Beziehung zu einem egozentrischen, suchtkranken oder depressiven Menschen kann toxisch sein.
 

Was ist ein toxischer Narzisst?

Ein toxischer Narzisst ist eine Person mit Persönlichkeitsstörung. Sie gilt als nicht heilbar, weswegen auch eine Paartherapie häufig zum Scheitern verurteilt ist. Da der Narzisst nicht in der Lage ist, Liebe und Empathie zu empfinden und sein Verhalten nicht reflektieren kann, wird er sich auch nicht ändern. Warum auch? In seinen Augen ist er der Gute, der Gönner, der Mittelpunkt seiner Welt.

Es gibt jedoch verschiedene Formen von Narzissmus: Während sich narzisstische Männer aufwerten und als tollen Helden inszenieren, werten sich narzisstische Frauen eher ab und setzen sich selbst stark unter Druck. In beiden Fällen ist jedoch Manipulation ein beliebtes Werkzeug, um den Partner oder die Partnerin zu steuern.

Wer in einer toxischen Beziehung mit einem Narzissten oder einer Narzisstin steckt, hat in der Regel nur zwei Möglichkeiten: Die Beziehung so weiterzuführen und die Erniedrigungen und Manipulationen zu ertragen oder einen Schlussstrich zu ziehen und das eigene Glück wieder in den Vordergrund zu stellen.
 

Wie ticken toxische Menschen?

Toxische Menschen ticken anders als Menschen, die normale, gleichberechtigte Beziehungen eingehen können, die auf gegenseitigem Respekt und Zuneigung basieren. Denn toxische Menschen haben oft bereits im Kinderalter keine normale Bindung zu den Eltern aufbauen können. Dahinter kann ein emotionaler Missbrauch durch die Eltern stecken, emotionale Vernachlässigung oder die Ablehnung eines oder beider Elternteile.

Deshalb sind toxische Menschen von Verlustängsten, einem geringen Selbstwertgefühl, Ängsten und großer Unsicherheit geprägt, können sich ihre eigenen Schwächen jedoch nicht eingestehen. Um eine Zurückweisung in der Beziehung zu verhindern, binden sie die andere Person emotional an sich, durch Lügen, Unterdrückung, Manipulation und Erniedrigung. Sie haben das Gefühl von Liebe und Geborgenheit als Kind nicht erfahren und können derartige Emotionen auch als Erwachsene nicht weitergeben. Von ihrem Umfeld fordern sie jedoch jede Aufmerksamkeit ein.

Toxische Menschen können häufig ihre Wut nicht kontrollieren und sehr aggressiv reagieren. Allerdings gibt es Unterschiede, wie die Aggression zum Ausdruck kommt. Manche sind aktiv aggressiv und schreien den Partner immer wieder an. Oder sie sind passiv-aggressiv, indem sie den Partner mit Schweigen strafen oder sich widersprüchlich verhalten, so dass ständig eine geladene, aggressive Stimmung herrscht.

Wie kann eine toxischen Beziehung heilen?

Ob eine toxische Beziehung heilen kann, lässt sich nicht so einfach beantworten. Eine Paartherapie kann vielleicht eine Heilung bewirken, ein Narzisst wird sich jedoch nie ändern. Auch wenn er Dir noch so oft Versprechungen macht, wird er sie dennoch nicht umsetzen und Du steckst weiterhin in der Abhängigkeitsspirale fest.

Die Frage lautet: Willst Du die toxische Beziehung überhaupt heilen? Die einzige Möglichkeit besteht dann darin, den Partner verstehen und mit ihm umgehen zu lernen. Wenn Du wirklich an Deiner Beziehung festhalten möchtest, solltest Du Dir von einem erfahrenen Paartherapeuten helfen lassen. Vorausgesetzt, Dein Partner ist ebenfalls bereit, an sich zu arbeiten.

Aber hast Du nicht eigentlich ein bisschen mehr Glück verdient? Bist Du nicht ein wertvoller Mensch, der auch geschätzt werden möchte? Dann solltest Du Dich aus der vergifteten Partnerschaft lösen und nach vorne blicken, statt darauf zu hoffen, dass Dein Partner die anfängliche Leidenschaft eines Tages wieder zeigt.

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Wie kann ich eine toxische Beziehung beenden?

Um eine toxische Beziehung zu beenden, brauchst Du den starken Willen und genug Durchhaltevermögen. Denn der der Weg aus einer toxischen Beziehung kann sehr steinig sein, da der Partner ganz genau weiß, wie er Dich manipulieren und zum Bleiben bringen kann. Außerdem haben viele Menschen Angst vor dem Alleinsein und harren deswegen in einer toxischen Beziehung aus, weil eine schlechte Beziehung zwar kein Glück, aber doch wenigstens eine Art Sicherheit vermittelt.

Es ist auch möglich, dass Dich die toxische Beziehung an Deine Eltern erinnert. Auf fatale Weise gibt Dir dieses vertrackte Verhältnis eine Art Geborgenheit, weil es Dir so vertraut ist. Kein Wunder, dass es oft mehrere Anläufe braucht, bis eine Trennung gelingt. Am besten wendest Du Dich an eine Person, der Du Dich anvertrauen kannst und die Dich in diesem Prozess unterstützen kann.

Mehr Erfahrung im Umgang mit solch ungesunden Beziehungen hat jedoch eine Therapeut*in. In einer Therapie kommst Du Deinen Beziehungsmustern auf die Spur und erfährst, wie Du an Dir selbst arbeiten kannst, um den Weg aus einer toxischen Beziehung zu finden.

Im Online-Kurs „Raus aus der Narzissmus-Falle“ von Bärbel Wardetzki lernst Du beispielsweise unter professioneller Anleitung, Dein Selbstwertgefühl aufzubauen, um Deinem Partner mit Selbstbewusstsein und Stärke entgegenzutreten, seine Strategie zu durchschauen und die toxische Verbindung endlich zu lösen.

 

Den toxischen Partner loslassen in 4 Schritten

Eine toxische Beziehung zeichnet sich gerade dadurch aus, dass eine Trennung schwierig ist. Denn vernünftiges Verhalten ist von einem toxischen Partner nicht zu erwarten. Daher solltest Du Dein Vorhaben gut planen und Dich innerlich stärken, damit Du den Mut und das Durchhaltevermögen für die Trennung aufbringst. Diese 4 Schritte helfen Dir dabei:
 

1. Sei mutig und stehe zu Deiner Entscheidung

Dein Partner raubt Dir jegliche Energie und macht Dich klein? Werde Dir noch einmal klar, welche Beziehung Du wirklich haben willst und erkenne, dass sich Deine Wünsche mit diesem Partner nicht erfüllen werden. Wichtig ist, dass Du von Deiner Entscheidung, Dich zu trennen absolut überzeugt bist. Bereite Dich innerlich auf Gegenwehr vor. Ein toxischer Mensch wird alle Register ziehen, Dich zu halten. Nimm Dir daher fest vor, die Trennung dennoch durchzuziehen.
 

2. Scheue Dich nicht, den Kontakt abzubrechen

Ein toxischer Partner wird Dich vermutlich nicht einfach so gehen lassen und wieder Kontakt aufnehmen wollen, um Dich zurückzuholen. Scheue Dich nicht, den Kontakt zu verweigern. Sage, dass Du Abstand brauchst, um die Trennung zu verarbeiten. So kommst Du nicht in die Versuchung, Dich auf eine Versöhnung einzulassen.
 

3. Suche Dir Unterstützung

Du kannst Dir für den Trennungsprozess therapeutische Hilfe suchen. Doch auch Freunde und Familie können wertvolle Unterstützung liefern und Dich darin bestärken, dass Deine Entscheidung richtig war. Lenke Dich mit möglichst vielen netten Unternehmungen mit Deinen Freunden ab.
 

4. Mache Dinge, die vorher nicht möglich waren

Genieße Deine neu gewonnene Freiheit. Meist sind in einer toxischen Beziehung viele Dinge nicht möglich: alleine abends ausgehen, neue Leute kennenlernen, intensiv ein Hobby verfolgen. Nun kannst Du endlich wieder nach Deinen Wünschen leben und machen, was DU möchtest. Mache Dir immer bewusst, dass Du immer das Recht hast, Dein Leben so zu führen, wie Du es für richtig hältst.

 

Wie kommt man über eine toxische Beziehung hinweg?

Wie Du über eine toxische Beziehung hinwegkommst, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie lange wart ihr ein Paar?
  • Wie stark ist Deine emotionale Abhängigkeit?
  • Kannst Du den Kontakt komplett abbrechen oder lauft ihr euch weiterhin über den Weg?

Am besten kommst Du über die toxische Beziehung hinweg, wenn Du jeglichen Kontakt abbrichst. Wer Jahre oder Jahrzehnte lang in einer ungesunden Partnerschaft ausgehalten hat, fühlt sich nach der Trennung oft verloren und sollte sich therapeutische Hilfe suchen. Denn oft werden die schlechten Zeiten verdrängt und die Erinnerungen an die (wenigen) guten Zeiten am Leben gehalten. Das macht natürlich anfälliger für einen Rückfall.

Wichtig ist es nach der Trennung, Deine Grenzen klar zu setzen und zu verteidigen. Lasse Dich nicht auf Diskussionen ein, denn eine toxische Person wird nie einsehen, im Unrecht zu sein. Konzentriere Dich ganz auf Deine eigenen Bedürfnisse und versuche nicht, den oder die Ex verstehen zu wollen.

Akzeptiere die Dinge, wie sie sind, und lasse Dir keine wertvolle Energie entziehen, die Du für Deinen eigenen Lebensweg brauchst. Du alleine bist nun wichtig, denn Du musst jetzt vor allem wieder zu Dir selbst finden.

 

Selbsttest: Lebe ich in einer toxischen Beziehung?

Ob Du in einer toxischen Beziehung lebst, kannst Du mit einem Test herausfinden. Beantworte Dir hierfür diese Fragen:

  • Tut Dir die Beziehung gut und gibt Dir Energie?
  • Kannst Du freie Entscheidungen treffen?
  • Seid ihr gleichwertige Partner, die sich gegenseitig respektieren und unterstützen?
  • Kannst Du Probleme jederzeit offen ansprechen?
  • Hört er Dir aufmerksam zu und kann sich in Dich hineinversetzen?
  • Werden Deine Bedürfnisse berücksichtigt?
  • Darfst Du andere Menschen treffen ohne seine Erlaubnis?
  • Ihr streitet selten, und wenn, nur mit triftigem Grund?
  • Kannst Du in der Beziehung ganz Du sein, ohne Dich verstellen zu müssen?
  • Fühlst Du Dich in seiner Nähe geborgen?

Je mehr Fragen Du mit Nein beantwortest, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du in einer toxischen Beziehung steckst, die Dich Kraft und Energie kostet. Hast Du das erkannt, solltest Du Dir die Frage stellen: Willst Du so weitermachen oder ist der Zeitpunkt gekommen, etwas zu verändern?

Die Entscheidung erfordert Mut, kann jedoch der erste Schritt in ein glücklicheres Leben sein.

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Gehen oder bleiben?

Mach den ersten Schritt und verstehe, was in Deiner Beziehung vor sich geht und was die Grundzüge einer narzisstischen Beziehung sind.

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