Wer sich chronisch einsam fühlt, bei dem erhöht sich die Chance, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder gar eine Krebserkrankung zu bekommen. Eine verheiratete Mutter kann sich inmitten eines Berufslebens und einer Partnerschaft einsam fühlen, genau wie ein junger Student, der in eine neue Stadt gezogen ist. Jeder Dritte fühlt sich zeitweise einsam, und bei vielen wird dieser Zustand chronisch. Wir zeigen Dir, wie Du dieser Falle entkommen kannst.

 

Was bedeutet Einsamkeit?

Manchmal ist man gerne allein und möchte seine Ruhe von all dem Rummel des Alltags haben. Ein paar Stunden oder Tage allein sein können sogar positive Auswirkungen haben und die Akkus wieder aufladen. Doch Alleinsein unterscheidet sich ganz deutlich von Einsamkeit.
Denn Einsamkeit ist kein schönes Gefühl. Wer einsam ist, fühlt sich von der Gesellschaft ausgegrenzt, ungeliebt, unverstanden, allein gelassen. Ein Gefühl von innerer Leere macht sich breit. Häufig fühlen sich Menschen einsam, wenn

  • eine Beziehung in die Brüche geht
  • der Partner verstirbt
  • die Kinder erwachsen und aus dem Haus sind
  • sie den Job verlieren oder in Rente gehen
  • sie in eine neue Stadt ziehen und noch niemanden kennen
  • sie sich schwertun, neue Kontakte zu knüpfen
  • sie generell schüchtern sind und schwer auf andere Menschen zugehen können
  • sie ein geringes Selbstbewusstsein haben und sich ungeliebt und unerwünscht fühlen
  • sie durch eine Krankheit körperlich eingeschränkt sind

Doch auch Menschen, die voll im sozialen Leben stehen, eine Familie und einen Partner haben und bei Freunden sehr beliebt sind, können sich einsam fühlen. Dabei gilt es zwischen einer kurzzeitigen und einer dauerhaften Einsamkeit zu unterscheiden. Denn wohl jeder Mensch hat sich irgendwann schon einmal einsam gefühlt. Diese Phase geht in der Regel jedoch bald vorüber und wir können wieder am sozialen Leben teilnehmen. Wenn die Einsamkeit jedoch zum Dauerzustand wird, ist es höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.
 

Einsamkeit überwinden


Wann macht Einsamkeit krank?

Die Gefahr einer chronischen Einsamkeit, die über Wochen und Monate anhält, besteht darin, dass einsame Menschen sich noch mehr zurückziehen und keine sozialen Kontakte mehr pflegen. Sie sind unglücklich mit der Situation, igeln sich immer mehr ein und leiden seelisch unter der Situation. Über Kurz oder Lang führt das zu psychischen und gesundheitlichen Problemen.

Wenn wir uns von der Einsamkeit erdrückt fühlen und keinen Ausweg aus der Situation finden, kann das also tatsächlich Folgen für unser Wohlbefinden haben. Wer sich dauerhaft einsam fühlt, kennt vielleicht auch Schlafprobleme, Herzrasen, Schwindel, Nervosität, innere Anspannung. Dabei ist der Weg aus der Einsamkeit oft gar nicht so schwer, wie Du gleich erfahren wirst.

 

Wege aus der Einsamkeit

Jeder Mensch ist anders und jeder geht anders auf andere Menschen zu. Deshalb suche Dir aus diesen Tipps diejenigen aus, die Du am leichtesten umsetzen kannst. Denn Einsamkeit lässt sich auch mit kleinen Schritten überwinden.



Sei Dir selbst ein guter Freund

Du hast ein geringes Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl und ziehst Dich deshalb zurück? Doch in Deiner Einsamkeit weißt Du mit Dir selbst nichts anzufangen? Dann solltest Du daran arbeiten, Dir selbst ein guter Freund zu werden. Das heißt, dass Du Dich selbst wertschätzt, Dir Gutes gönnst, Dich um Dich selbst besser kümmerst. Vor allem solltest Du Dir bewusst machen, dass man alleine sehr wohl Spaß haben kann. Ein schöner Spaziergang durch die Natur ist auch alleine ganz wunderbar, wenn Du dabei die Umwelt aufmerksam und mit allen Sinnen wahrnimmst. Auch ein Abend vor dem Fernseher kann alleine sehr gemütlich sein. Oder koche Dir Dein Lieblingsessen und genieße es ganz bewusst. Es hilft auch, Dir vor Augen zu führen, dass auch viele Menschen in einer Partnerschaft nicht glücklich sind. Alleinsein kann also durchaus Vorteile haben.

 

Knüpfe Kontakte

Mit einem gesteigerten Selbstwertgefühl fällt es Dir bald leichter, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Für den Anfang reicht es schon aus, im Supermarkt oder unterwegs ein wenig Small Talk zu halten, über das Wetter, aktuelle Themen oder eine Frage, die Dich gerade beschäftigt. Dir fällt einfach nichts ein, über das Du reden könntest? Das macht nichts. Denn oft reicht schon ein Lächeln oder ein kurzer Blickkontakt aus, um Kontakt zu einem fremden Menschen aufzunehmen. Je offener Du durch den Alltag gehst, umso mehr wird Dir auffallen, dass viele Mitmenschen ein freundliches Lächeln für Dich haben.

 

Suche Dir ein Hobby

Nirgends kommt man schneller mit Menschen in Kontakt als bei einer gemeinsamen Freizeitbeschäftigung. Sportverein, Töpfergruppe, Foto-Club, Sprachkurs - dieselben Interessen verbinden euch, wodurch sich schnell Themen für nette Gespräche ergeben. Vielleicht trifft man sich auch außerhalb der Kurse – und schon hast Du Anschluss gefunden.

 

Engagiere Dich

Soziales Engagement schweißt zusammen. Deshalb suche Dir eine wohltätige Aufgabe, bei der Du anderen Menschen etwas geben kannst. Bei ehrenamtlichen Tätigkeiten lernst Du viele nette Leute kennen. Gemeinsame Projekte und Ziele lenken Dich von Deiner Einsamkeit ab und fördern Deine sozialen Kontakte. Durch das Engagement bekommt Dein Leben einen neuen Sinn und Du bekommst das wunderbare Gefühl zurück, gebraucht zu werden.

 

Denke über ein Haustier nach

Ein Tier kann Dir tatsächlich helfen, Deine Einsamkeit zu überwinden, vor allem, wenn Du Menschen gegenüber sehr schüchtern oder alleinstehend bist und zu Hause sonst niemand auf Dich wartet. Mit einem Haustier hast Du einen neuen „Lebensgefährten“, der sich freut, wenn Du nach Hause kommst, der Deine Zuneigung mit Gegenliebe erwidert und der Dir eine Lebensaufgabe gibt. Alternativ kannst Du auch in einem Tierheim mit den Hunden Gassi gehen oder bei der Pflege der Tiere helfen.

 

Tausche Dich mit Gleichgesinnten aus

Du bist nicht allein mit Deiner Einsamkeit. Millionen Menschen geht es wie Dir. Es gibt im Internet sogar einige Foren, in denen sich einsame Menschen untereinander austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Auch eine Selbsthilfegruppe ist eine gute Möglichkeit, um Dich dem Problem zu stellen und mit anderen zu reden, die darunter ebenso leiden.

 

Wenn Du nun allmählich neue Leute kennengelernt hast, geht es darum, diese Kontakte zu pflegen. Das geht am besten dadurch, dass Du bei Gesprächen aufmerksam zuhörst und Interesse am Leben des anderen zeigst. Genauso solltest Du jedoch auch von Dir erzählen und von den Dingen, die Dich bewegen. Nur so kann auf längere Sicht Vertrauen aufgebaut werden und sogar eine echte Freundschaft entstehen.