Geduld ist eine Tugend, die uns heute oft fehlt. Wir sind ständig im Zeitdruck – und wenn wir warten müssen, bringt uns das auf die Palme. Doch das hilft nicht weiter. Im Gegenteil, wenn wir Stress empfinden, schaden wir uns nur selbst. Wie Du lernen kannst, geduldiger, ausdauernder und gelassener zu werden.


Gelassenheit lohnt sich

Zehn Minuten warten beim Arzt – und schon werden wir hibbelig. An der Kasse geht seit zwei Minuten nichts vorwärts – und wir sind genervt. Der Bus verspätet sich – und schon schimpfen wir auf die unzuverlässigen Verkehrsmittel. Dabei können wir die Situation oft nicht ändern. Sich darüber aufzuregen, kostet viel Energie und Kraft, die wir eigentlich viel besser investieren könnten. Stress und Zeitdruck rauben uns Lebensqualität und verursachen schlechte Laune.
Mit mehr Gelassenheit und Geduld kannst Du hingegen viel zufriedener durchs Leben gehen. Du kannst mit Stress besser umgehen, was Dich auf längere Sicht sogar vor einem Burnout bewahren kann und zu einem glücklicheren Menschen macht. Was Du wissen solltest: Die Entscheidung triffst nur Du alleine, ob Du weiterhin gestresst auf 180 durch den Tag hetzt und bei jeder Gelegenheit gleich an die Decke gehst. Oder ob Du diese negative Energie, die sich durch Ungeduld und Ärger in Dir aufstaut, lieber in etwas Positives umwandeln möchtest.

 

Gelassenheit durch mehr Geduld


7 Schritte zu mehr Gelassenheit

Gelassenheit bedeutet, Deine innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden. Wer das Leben so nimmt, wie es kommt, ohne zu jammern, ist zufriedener und glücklicher. Denn vieles lässt sich einfach nicht ändern – warum sich also darüber aufregen und sogar die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen?
Die gute Nachricht: Gelassenheit ist keine Typ-Frage. Die einen mögen zwar von Natur aus mehr in sich ruhen als andere. Doch jeder hat die Möglichkeit, mit ein bisschen Übung gelassener zu werden, seine Lebensqualität zu verbessern und auch die Gesundheit positiv zu beeinflussen:
 

1. Analysiere Dich

Zu Beginn solltest Du Dich und Dein Verhalten genauer analysieren. Was raubt Dir die Geduld? Und warum? Hier ein paar Beispiele:

Wirst Du schnell ungeduldig, wenn Du ein paar Minuten länger an der Kasse warten musst? Warum?

Gerätst Du schnell in Hektik, wenn Du nicht sofort alle Aufgaben erledigst? Warum?

Macht es Dich wahnsinnig, wenn Dein Partner oder Deine Kinder nicht so perfektionistisch denken wie Du? Warum?

Bist Du verärgert, wenn jemand fünf Minuten zu spät zu einem vereinbarten Termin kommt? Warum?

Es gibt durchaus Situationen, in denen ein gewisses Maß an Ungeduld akzeptabel ist. Die genannten Beispiele gehören jedoch nicht dazu. Wenn Dir erst einmal bewusst wird, wie oft und bei welch nichtigen Anlässen Dir Deine Ungeduld den Puls in die Höhe treibt, kannst Du allmählich davon Abstand nehmen.


2. Entspanne Dich

Leichter gesagt als getan, denkst Du Dir jetzt vielleicht. Wenn Du Dich entspannen könntest, wärst Du schließlich nicht so gestresst. Dabei ist es wirklich ganz einfach, kleine Entspannungs-Oasen in den Alltag einzubauen. Der Anfang ist schon einmal das Bewusstsein, dass Du Dir bisher zu wenige Auszeiten genommen hast. Als nächstes fängst Du an, gezielt an Deiner Entspannung zu arbeiten. Effektive Entspannungstechniken sind beispielsweise:

Achtsamkeit: Wer achtsam durchs Leben geht und das Hier und Jetzt wahrnimmt und akzeptiert, ist der Gelassenheit einen großen Schritt nähergekommen. Achtsamkeitsübungen kannst Du jederzeit in einer ruhigen Minute machen, die Du beispielsweise durch die Wartezeit gewinnst. Tiefes Atmen, ein wertungsfreies Wahrnehmen des Körpers und der Gefühle oder ein Betrachten der Umwelt bringen Dich zur Ruhe und zurück in Einklang mit dir selbst.

Meditation: Inzwischen ist Meditation in aller Munde, denn in der heutigen stressigen Zeit ist die Entspannungstechnik das ideale Gegenmittel. Schon kleine Einheiten von fünf Minuten Meditation machen Dich gelassener im Umgang mit Stress, erhöhen Deine Belastungsgrenze und entspannen den Körper. Nach kurzer Zeit wirst Du merken, dass Du mehr Geduld hast und Dich sogar fragen, warum Du Dich über manche Situationen immer aufgeregt hast.

Yoga: Egal für welche Form von Yoga Du Dich entscheidest, das Üben wird einen ausgleichenden und beruhigenden Effekt auf Dich haben. Besonders entschleunigend wirkt Yin Yoga. Denn dabei folgst Du nicht gewissen Asana-Abläufen, sondern verharrst jeweils für mehrere Minuten in den Positionen. Durch tiefe Ein- und Ausatmung lässt Du Dich immer tiefer in die Übung fallen und lernst dabei, Deinen Geist zu beruhigen und Deine Atmung zu nutzen. Außerdem beseitigst Du dabei Verspannungen und Blockaden.


3. Langweile Dich

In der heutigen schnelllebigen Zeit haben wir es fast verlernt, Langeweile auszuhalten. Dabei kann Langeweile den Kopf ganz wunderbar frei machen. Denn Langeweile ist nur dann Zeitverschwendung und damit etwas Negatives, wenn Du es zulässt. Kehre das Vorzeichen einfach um: Eine langweilige Wartezeit kann auch ein unerwartetes Zeit-Geschenk an Dich sein, das Du genießen kannst. Vielleicht für eine kleine Meditation, für eine Atemübung, für ein paar kreative Gedanken. Versuche nicht daran zu denken, was Du noch alles unter Zeitdruck erledigen musst. Konzentriere Dich lieber auf schöne Momente, die Du erlebt hast, und freue Dich, dass Du ein paar Minuten nur für Dich geschenkt bekommst.


4.    Nutze die Wartezeit für Schönes

Der ständige Termindruck hält uns oft genug davon ab, ein gutes Buch zu lesen, einen interessanten Zeitungsartikel oder einfach ein paar E-Mails von Freunden. Warum dann nicht die Wartezeit dafür nutzen? Denn diese Wartezeit gehört nur Dir ganz allein. Also gestalte sie mit schönen Dingen, die Dir Freude bereiten.


5. Akzeptiere es einfach

Nehmen wir noch einmal die Warteschlange im Supermarkt als Beispiel. Du musst warten, ob Du willst oder nicht. Wenn Du die Geduld verlierst, wirst Du auch nicht schneller drankommen. Das liegt nicht daran, dass sich das ganze Universum gegen Dich verschworen hat. Es ist einfach in dem Moment so. Deshalb akzeptiere ihn so wie er ist. Du kannst ihn nicht ändern, deshalb finde Dich damit ab. Im nächsten Schritt schaffst Du es vielleicht sogar, der Kassiererin ein Lächeln zu schenken und aus der ursprünglich nervigen Warterei noch ein positives Erlebnis zu machen.


6. Löse Dich von zu hohen Ansprüchen

Gelassenheit hat auch viel damit zu tun, Dinge und andere Menschen zu akzeptieren, wie sie sind. Mag sein, dass Du an Deine Umwelt sehr hohe Ansprüche stellst. Allerdings kannst Du selbst wenig dafür tun, dass andere nach Deiner Vorstellung funktionieren. Deshalb verabschiede Dich von Deiner eigenen Erwartungshaltung und nimm es hin, dass Deine Kinder manchmal Fehler machen, dass die Kollegin eine Aufgabe anders erledigt als Du oder dass Dein Partner manchmal nicht Deine Gedanken lesen kann.


7. Übe Dich in Geduld

Übung macht den Meister, das gilt auch für das Üben in Gelassenheit. Deshalb konfrontiere Dich bewusst mit Situationen, in denen Du normalerweise schnell die Geduld verlierst. Stell Dich beispielsweise im Supermarkt extra an die längste Schlange, geh noch früher zum nächsten Arzttermin oder führe Tätigkeiten bewusst langsamer aus.

 

Lass Dich von kleinen Rückschlägen nicht von Deinem Ziel abbringen. Denn je gelassener Du mental wirst, umso mehr wird sich das auch auf Deinen Körper auswirken. Du wirst ruhiger, lässt Dich durch Stress nicht so schnell aus der Bahn werfen. Und bald wirst Du auch merken, dass Dein Umfeld viel gelassener auf Dich reagiert.