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Kalender Aktualisiert: 26. Feb 2024

Gehst Du Konflikten gerne aus dem Weg, obwohl Du manchmal genau weißt, dass es besser wäre sie auszutragen? Auch wenn Du die Konfrontation scheust, kannst Du Konfliktfähigkeit lernen, um in gewissen Situationen besser Deine Meinung zu vertreten.

 

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Psychologie
Franca Cerutti
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Was bedeutet Konfliktfähigkeit?

Konfliktfähigkeit bedeutet, einen persönlichen Standpunkt zu äußern und zu vertreten, auch wenn eine andere Person eine andere Sichtweise auf die Dinge hat. Es bedeutet auch, eine andere Meinung zuzulassen und sich den anderen Standpunkt anzuhören.

Was Konfliktfähigkeit nicht bedeutet: streitlustig zu sein. Denn viele setzen Konflikt mit Streit gleich. Ein Konflikt ist jedoch eine konstruktive Auseinandersetzung, in der Unstimmigkeiten geklärt werden. Bei einem Streit stehen sich oft zwei verhärtete Fronten gegenüber, die auf die Richtigkeit ihrer eigenen Meinung pochen.

Konflikte kommen in jeder Partnerschaft vor, genauso am Arbeitsplatz. Eine gute Streitkultur ist bei zwischenmenschlichen Beziehungen von Vorteil, denn konfliktfähig zu sein, hilft Dir in vielen Lebenslagen. Eine konstruktive Auseinandersetzung bringt Dich in Deiner persönlichen Entwicklung weiter und kann eine Partnerschaft langfristig stärken und glücklicher machen.

Denn gerade in sehr harmonischen Beziehungen, in denen es nie zu Reibereien kommt, werden viele Konfliktthemen nicht angesprochen, um den Frieden zu wahren. Sie werden lieber verdrängt, was sich auf die Dauer zu viel Unzufriedenheit aufstauen kann und eines Tages wie ein Vulkan entlädt. Die frühzeitige Konfrontation zu suchen kann Konflikte meist schnell lösen und zwischenmenschliche Spannungen bereinigen.

Wird jedoch nicht sachlich mit gegenseitiger Wertschätzung und auf Augenhöhe diskutiert, kann sich ein Konflikt zum festgefahrenen Streit entwickeln. Die Emotionen kochen hoch, es kommt zum großen Knall – für konfliktscheue Menschen eine wahre Horrorvorstellung, weshalb sie Konfliktsituationen aus dem Weg gehen.

Doch meist lässt sich ein Konflikt im offenen Gespräch klären. Häufig stellt sich dabei sogar heraus, dass der Konflikt auf einem Missverständnis oder einer Fehlkommunikation beruht.

 

Warum bin ich nicht konfliktfähig?

Nicht jeder Mensch ist von sich aus konfliktfähig, und das hat verschiedene Gründe. Bei manchen liegt es an einer harmoniebedürftigen Persönlichkeit, bei anderen an schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit, wieder andere leiden unter einem geringen Selbstbewusstsein und haben Angst, nicht mehr geliebt zu werden, wenn sie ihre Ansichten vertreten.

Dahinter stecken oft erlernte Verhaltensmuster aus der frühen Kindheit. Vielleicht wurden die Bedürfnisse in einem autoritären Elternhaus einfach übergangen. Oder Du hast schon als Kind gelernt, es allen recht machen zu müssen, um Zuneigung und Anerkennung zu bekommen.

Auch im Erwachsenenalter stellst Du Deine eigenen Bedürfnisse hinter die der anderen. Verdrängung und Beschwichtigung sind bewährte Strategien, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Doch damit lösen sie sich nicht in Luft auf. Du kannst zwar eine Weile davonrennen, doch das unangesprochene Thema bleibt weiterhin im Raum stehen.

Hier lohnt es, über den eigenen Schatten zu springen und den Konflikt zu lösen. Auch wenn Dir diese Vorstellung im Moment Unbehagen bereitet, wirst Du Dich danach befreiter fühlen.

 

Wie kann man Konfliktfähigkeit trainieren?

Jeder Mensch ist zu Auseinandersetzungen fähig, deshalb kannst Du Konfliktfähigkeit auch trainieren. Sie wird Dir in vielen Lebenslagen weiterhelfen, denn je konfliktfähiger Du bist, umso leichter kannst Du Grenzen setzen und Nein sagen, beispielsweise wenn Dir die Arbeit oder Alltagsbelastung zu viel wird. Außerdem lernst Du, in der Partnerschaft Deine Bedürfnisse zu äußern und durchzusetzen. Mit diesen Tipps trainierst Du Deine Konfliktfähigkeit:


1. Selbstbewusstsein stärken

Ein gesundes Selbstbewusstsein hilft Dir, für Deine Meinung und Deine Bedürfnisse einzustehen. Leidest Du unter einem schwachen Selbstbewusstsein oder geringem Selbstwertgefühl, solltest Du daran arbeiten, Deinen Wert zu erkennen. Befasse Dich mit Dir und Deinen Bedürfnissen, überlege, welche Glaubenssätze Dich kleinhalten und entdecke Deine Stärken. Denn Du bist es wert, gehört zu werden.


2. Vorteile erkennen

Allein der Gedanke an einen Konflikt bereitet Dir Bauchschmerzen? Das muss es nicht. Denn eine Auseinandersetzung ist etwas Konstruktives und Produktives. Sie beseitigt Barrieren, klärt dicke Luft, bringt Dinge voran. Löse Dich von der Vorstellung, dass ein Konflikt immer im Streit enden muss. Zwischen gleichberechtigten Partnern sollte eine offene Auseinandersetzung immer möglich sein, ohne gleich Liebesentzug fürchten zu müssen.


3. Keine Vorwürfe machen

Wenn Du das Gespräch suchst, gehe nicht direkt in die Konfrontation. Mache keine Anschuldigungen, sondern verpacke Dein Anliegen in Ich-Botschaften. Beginne beispielsweise mit „Ich habe wahrgenommen, dass …“ oder „Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass ...“. Bleib dabei immer freundlich, denn der Umgangston entscheidet über den weiteren Verlauf des Gesprächs.


4. Gegenseite akzeptieren

Du hast Deine Sichtweise, die andere Person hat vielleicht eine andere. Und das ist gut so, denn schließlich ist jeder Mensch ein Individuum mit eigenen Ansichten. Deshalb sei empathisch, höre auch der Gegenseite aufmerksam zu und versuche den anderen Standpunkt zu verstehen.


5. Konflikt annehmen

Du wirst von einer anderen Person mit einem Konfliktthema konfrontiert? Dann lauf nicht davon, beschwichtige nicht, sondern nimm den Konflikt an. Möchte eine andere Person einen Konflikt mit Dir lösen, bedeutet das, dass Du ihr wichtig bist. Offensichtlich besteht Klärungsbedarf, und dem solltest Du Dich stellen. Verdrängen ist keine Lösung und trägt nur dazu bei, dass sich Unzufriedenheit aufstaut. Deshalb höre Dir die Gegenseite wertungsfrei an und äußere offen Deine eigene Meinung dazu.


6. Nicht persönlich nehmen

Dass jemand anderes eine andere Sichtweise hat als Du, ist völlig normal und kein persönlicher Angriff. Deshalb fühle dich von Gegenargumenten nicht beleidigt oder verletzt. Bei einem Konflikt muss jeder seine Ansichten offen vertreten dürfen, um konstruktiv eine für alle akzeptable Lösung zu finden.
 

Falls Du zu den hoffnungslos Harmoniesüchtigen gehörst, kannst Du Dir auch professionelle Hilfe suchen. Es gibt viele tolle Coaches, die in Kursen oder Seminaren genau solche Trainings durchführen und Dir mehr Selbstvertrauen geben können, um in der nächsten Konfliktsituation für Deine Meinung einzustehen.