Der Kopf sagt ja, doch der Bauch sagt nein? Oft stellt sich heraus, dass wir mit unserem Bauchgefühl richtig gelegen wären. Doch meist trauen wir uns nicht, uns darauf zu verlassen und gehen rational an Entscheidungen heran. Dabei kann die Intuition ein guter Ratgeber sein. So kannst Du lernen, wieder mehr auf Dein Bauchgefühl zu hören.

 

Was ist Intuition?

Manche Menschen verlassen sich voll und ganz auf ihr Bauchgefühl und liegen damit fast immer richtig. Egal ob eine große Entscheidung ansteht oder auch nur die Urlaubsplanung: Wer seiner Intuition vertraut, wird meist den richtigen Weg gehen. Und dann gibt es die Kopfmenschen, die jede Entscheidung mehrfach überdenken und die Vor- und Nachteile genau abwägen. Sie handeln völlig rational, auch wenn sich das Bauchgefühl ganz leise – vielleicht sogar sehr laut – mit einer Warnung meldet. Sich Gedanken zu machen ist prinzipiell etwas Positives, denn überstürzte Handlungen können auch schädlich sein. Doch am Ende ist es doch dieser gewisse Urinstinkt, eben die Intuition, die Dich vor so manchen Fehlern bewahren kann. Als Intuition wird demnach ein Teil unseres Unterbewusstseins verstanden, der uns Gedanken und Gefühle vermittelt, die nicht rational begründbar sind. Intuition basiert auf Erlerntem, Erlebtem und Erfahrungen. All das fügt sich zu spontanen Eingebungen zusammen, die wir manchmal bewusst oder – sehr viel öfter – unbewusst haben.

 

Wie macht sich Intuition bemerkbar?

Die Intuition begleitet unser ganzes Leben und spielt in ganz alltäglichen Situationen eine große Rolle:

•    Du triffst zum ersten Mal auf einen fremden Menschen und hast sofort eine gewisse Emotion. Im Bruchteil einer Sekunde sagt Dir Deine Intuition: „Die Person ist sympathisch“ oder „Die Person ist mit Vorsicht zu genießen“. So schnell kann Dein Verstand noch gar keinen Check-Up durchführen wie Dir Dein Bauchgefühl bereits eine erste Einschätzung signalisiert.

•    Du hast gerade an jemanden gedacht und schon ruft er an oder sendet eine Nachricht? Auch das ist Intuition.

•    Der Verkäufer zählt Dir sämtliche Fakten über ein Auto auf, die sich alle vernünftig anhören, aber irgendetwas in Dir drin hält Dich vom Kauf des Autos ab? Auch hier: Intuition!

Wenn Du nun einmal bewusst auf Deine Intuition achtest, wirst Du feststellen, dass Dich Dein Bauchgefühl fast nie im Stich lässt. Denn meist bestätigt Dein Verstand diese erste Eingebung. Gehen Kopf und Bauch jedoch gegensätzliche Richtungen, ist der Bauch meist derjenige, der Recht hat. Wenn Du bisher mehr Deinem Verstand gefolgt bist und dieses Gefühl der Intuition gar nicht kennst, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, Deinem Bauchgefühl mehr zu vertrauen. Wie das geht, erfährst Du hier.

auf Intuition vertrauen

Wie kann man Intuition trainieren?

Im Lauf des modernen Lebens geht die Intuition zunehmend verloren. Der rasante Lebensstil zwingt uns oft dazu, rational statt intuitiv zu handeln. Und plötzlich merkst Du immer wieder, dass Du Dich mit Deinen Entscheidungen gar nicht wohlfühlst, da irgendetwas in Dir drin sich dagegen sträubt. Um wieder die Balance in Deinem Leben zu finden, solltest Du Dich mit Deiner inneren Stimme verbinden und Deine Gefühle wahrnehmen. Denn sie weisen Dir den Weg, den Du tatsächlich gehen möchtest. Das ist bei all dem Stress, den wir täglich um die Ohren haben, aber gar nicht so einfach. Deshalb braucht es ein wenig Training, um wieder besser auf Dich selbst hören zu können.
Hier findest Du einige Tipps, wie Du lernen kannst, der eigenen Intuition wieder zu vertrauen:


1. Komm zur Ruhe

Zuerst solltest Du wissen, dass Stress Deine Intuition blockieren kann. Wenn Du viel um die Ohren hast, trifft Dein Kopf alle Entscheidungen. Deine innere Stimme hingegen geht in all dem Rummel völlig unter. Deshalb ist der erste Schritt für Dich, zur Ruhe zu kommen. Das kann durch Meditation sein, durch Autogenes Training, durch Yoga oder schon durch kurze Atemübungen, bei denen Du den Fokus ganz auf Dich selbst lenkst. Auch ein Spaziergang oder ein entspanntes Bad bringen Deinen Verstand zur Ruhe und Dich Deiner Intuition einen Schritt näher. Plane Deine Einheit des Nichtstuns am besten täglich oder zumindest regelmäßig ein. Für den Anfang reichen 10 Minuten bereits aus, die Du allmählich steigern kannst – und vermutlich sogar willst.


2. Übe Deine Wahrnehmung

In diesen Ruhephasen kannst Du allmählich Deine Selbstwahrnehmung schulen. Wie fühlst Du Dich? Wie fühlt sich Dein Körper an? Hörst Du Deine innere Stimme, die Dir ganz leise etwas sagen will? Dann hör ihr zu. Auch, wenn sie Dir vielleicht etwas Negatives sagt, was Dein Verstand gerne verdrängen würde. Denn auch negative Gefühle wie Neid, Scham, Gier oder Verzweiflung bringen Dich in Deinen Entscheidungen weiter und sind ganz natürlich. Diese kurzen Impulse sorgen dafür, dass selbst reiflich überlegte Entscheidungen plötzlich anders getroffen werden – und Dich vor einem Fehler bewahren.


3. Wende Deine Intuition im Alltag an

Wenn Du allmählich wieder ein Gespür für Dein Bauchgefühl entwickelst, dann wende es im Alltag an. Eine tolle Übung für den Einstieg: Nimm Dir einen kompletten Tag nichts vor und folge einfach Deiner inneren Stimme. Sie sagt Dir „Geh raus“? Dann geh eine Runde spazieren. Gehe jedoch nicht die übliche Runde, sondern lass Deine Intuition bestimmen, ob Du an der nächsten Ecke rechts oder links gehst, ein Stück mit der Bahn fährst, in einem Café Pause machst und so weiter. Vielleicht triffst Du unterwegs nette Menschen oder hast weitere Eingebungen, die Dir bisher verborgen geblieben sind. Außerdem kannst Du versuchen, Dinge intuitiv „vorherzusehen“: Wenn das Telefon klingelt, rate wer dran ist. Oder wirf eine Münze und rate, ob Kopf oder Zahl aufliegt.


4. Trainiere Deine Menschenkenntnis

Eine weitere Methode, Deine Intuition zu schulen, ist fremde Menschen zu beobachten. Beim Stadtbummel oder auf dem Weg in die Arbeit gibt es jede Menge Übungsobjekte. Sieh Dir die Menschen genau an und schätze sie intuitiv ein. Scheinen Sie sympathisch? Oder unsympathisch? Wo könnten sie gerade hingehen? Wo herkommen? Was könnte ihre Geschichte sein? Das mag ein bisschen nach Sherlock Holmes klingen, ist aber ein hervorragendes Training, um Deine verborgenen Instinkte wieder zum Vorschein zu bringen.


5. Entscheide intuitiv

Wenn Du nun wieder den Bezug zur inneren Stimme hergestellt hast, kannst du üben, intuitive Entscheidungen zu treffen. Das müssen anfangs noch keine lebensverändernden Dinge sein, schon Kleinigkeiten reichen, um das Vertrauen zu Deinem Bauchgefühl aufzubauen. Beispielsweise „Was esse ich heute?“, „Was kaufe ich im Supermarkt ein?“, „Was ziehe ich an?“ oder „Was mache ich nach Feierabend?“ sind Entscheidungen, die Dein Verstand vielleicht anders treffen würde als Deine Intuition. Doch vielleicht stimmen sie sogar überein, dann hast Du auf jeden Fall die richtige Wahl getroffen.

Mit ein bisschen Zeit, Geduld und Übung schaffst Du es, Verstand und Bauchgefühl in Harmonie zusammenarbeiten zu lassen und nicht gegeneinander. Rational oder intuitiv – beides muss sich nicht ausschließen! Denn wenn Du im Einklang mit Deinen Gefühlen bist, wirst Du automatisch den für Dich richtigen Weg erkennen.