Einen Beruf haben viele, aber eine Berufung spüren die wenigsten. Besonders nach ein paar Jahren Job-Routine fragen sich viele, ob es noch das Richtige ist – und machen sich auf die Suche nach mehr Erfüllung und Sinn. Hier ein paar Gedanken und Tipps, die Dir helfen:

 

Suchst Du noch Deine Berufung?

Nach dem Schulabschluss werden wir ins kalte Wasser des Berufsalltags geschmissen. Während mancher Mitschüler vielleicht schon als Kind wusste, was er später einmal werden will, ist der Großteil der Schulabgänger erst einmal planlos. Ein Ausbildungsplatz muss her, ein Studium oder direkt ein Job. Vorschläge der Eltern sind zwar gut gemeint, doch oft wünschen Sie sich für die Kinder einen sicheren, gut bezahlten Arbeitsplatz, der in den meisten Fällen nicht viel mit den eigentlichen Begabungen zu tun hat.

Allzu oft stellen wir nach Jahren oder Jahrzehnten fest: Der Beruf, den wir ausüben, macht uns nicht glücklich. Tagein, tagaus derselbe Trott, bei dem wir das Gefühl haben, nicht wirklich etwas verändern oder erreichen zu können. Tief im Innersten würden wir viel lieber etwas anderes machen. Vielleicht etwas Kreatives, vielleicht etwas mehr Handwerkliches, vielleicht etwas mit weniger Stress. Wenn wir dann ganz aufmerksam in uns hinein hören, erkennen wir oft, dass wir unsere wahre Berufung bisher noch nicht gefunden oder ignoriert haben.

Doch für eine Veränderung ist es nie zu spät, wenn Du mit Deinem bisherigen Leben nicht ganz glücklich bist. Denn das Finden Deiner Berufung kann ein lebenslanger Weg sein, auf dem jeder Schritt zu Dir selbst und Deinem Potenzial wertvoll ist. Das Ziel kristallisiert sich oft erst auf dem Weg heraus, wenn Du Deiner inneren Stimme folgst. Stelle Dir selbst diese Fragen:

Was kann ich besonders gut?
Was erwarte ich vom Leben?
Was macht mir Spaß, was erfüllt mich?
Womit möchte ich jeden Tag zu tun haben?

Sei mit den Antworten ganz ehrlich zu Dir selbst, unabhängig davon, was Deine Familie oder Dein soziales Umfeld von Dir erwarten. Ebenso solltest Du überlegen:

Gehe ich gerne in die Arbeit?
Habe ich nach Feierabend das Gefühl, etwas erreicht zu haben?
Möchte ich den Beruf bis zur Rente ausüben?

Schon ein einzelnes Nein zeigt Dir, dass Du langsam umdenken musst, um nicht einen großen Teil Deines Lebens mit einem Job zu verschwenden, der Dich nicht erfüllt. Schließlich verbringst Du den ganzen Tag damit, fünf Tage die Woche, mehrere Jahrzehnte lang.

 

So findest Du Deine Berufung

Deine Berufung kannst Du völlig unabhängig vom Alter finden. Oft braucht es sogar einige Jahrzehnte Lebenserfahrung, um zu wissen, was man will und was nicht. Genau diese positiven und negativen Erfahrungen bringen Dich Deiner wahren Berufung näher, und es ist nie zu spät Dich endlich den Dingen zu widmen, die Dich erfüllen und glücklich machen. Denn es ist gar nicht nötig von heute auf morgen Dein ganzes Leben umzukrempeln. Deine Berufung zu finden ist kein festes Ziel, sondern ein Weg. Höre einfach darauf, was Dir Deine innere Stimme sagt. Hier findest Du ein paar Überlegungen und Tipps:


Zurück in die Kindheit reisen

Versetze Dich noch einmal zurück in Deine Kindheit. Was hat Dir damals Spaß gemacht? Welche Zukunftsträume hattest Du? Hast Du gerne gemalt, gebastelt, getüftelt? Was wir als Kinder intuitiv gerne gemacht haben, kann mit unserer Berufung zusammenhängen oder zumindest die Grundlage für eine Aufgabe sein, die uns erfüllt. Du hast das Gefühl, Deine Kindheitsträume waren zu ungewöhnlich, um sie umzusetzen? Dann lass Dir sagen: Nichts ist unmöglich, wenn es darum geht, die Berufung zum Lebensinhalt zu machen.

In der Kindheit findest Du vielleicht auch den Grund, warum Du Deiner Bestimmung bisher nicht gefolgt bist. Ein Blick auf das Kind in Dir kann, wie die Psychologin Stefanie Stahl rät, bei der Lösung vieler Probleme helfen. Zum Beispiel werden wir als Kinder in der Schule oft in gewisse Schubladen gesteckt, die uns daran hindern, unser Potenzial zu entfalten. Wenn dann noch eine Bezugsperson fehlt, die uns bei der freien Entfaltung unterstützt, kommen wir oft von unserer wahren Bestimmung ab.
 

Bisheriges Leben reflektieren

Schau Dir Deine bisherige berufliche Laufbahn an, inklusive Ferienjobs und Praktika. Ebenso Dein Leben bis zum jetzigen Zeitpunkt mit Hobbys, Projekten, Aktivitäten. Welche Aufgabenbereiche hast Du besonders gerne ausgeführt? Oder gab es Aufgaben, die Du schon damals gerne gemacht hättest, Dir aber vielleicht noch nicht zugetraut hast? Konntest Du besser für Dich alleine arbeiten oder fühltest Du Dich im Team besonders stark? Solche Überlegungen helfen Dir das vielleicht Naheliegende deutlicher zu erkennen.
 

Motivation finden

Es gibt Dinge im Leben, die wir gerne machen. Auf die wir uns vielleicht schon Tage vorher freuen. Und dann gibt es natürlich auch Dinge, die eben gemacht werden müssen, uns aber nicht so leicht von der Hand gehen. Finde heraus, was Dich motiviert, wofür Du brennst, wovon Du gerne mehr machen möchtest und versuche davon mehr in Deinen Alltag einzubauen. Denn diese Dinge machen Dich glücklich. Die Aufgaben, die Du nur ungerne erledigst, reduzierst Du. Und keine Angst, wenn das am Ende einen Jobwechsel bedeutet. Schließlich willst Du Deiner wahren Berufung folgen.
 

Stärken erkennen

Wo liegen Deine Stärken und Talente? Kannst Du gut organisieren? Gehst Du offen auf andere Menschen zu? Kannst Du gut mit Texten umgehen? Lernst Du Sprachen leicht? Engagierst Du Dich gerne sozial? Unsere besonderen Fähigkeiten haben manchmal nichts mit dem Beruf zu tun, den wir ausüben. Dabei gäbe es so viele Möglichkeiten, seine Stärken auch beruflich einzubringen. Mache Dir eine Liste und überlege, in welchen Aufgabenbereichen Du Deine Stärken einsetzen könntest.
 

Hobby zum Beruf machen

Viele denken, dass sich mit dem Hobby kein Geld verdienen lässt. Aber stimmt das wirklich? Du machst gerne Fitness – warum dann nicht als Trainer arbeiten? Du nähst gerne – warum dann nicht auch für andere Leute? Du schreibst gerne – warum dann nicht ein Buch schreiben? Dein Hobby muss ja nicht gleich zum Hauptjob werden. Aber starte doch nebenbei damit und warte ab, wie sich alles entwickelt. Wenn Du mit ganzem Herzen dabei bist und ein klein bisschen Mut mitbringst, kann sich daraus irgendwann eine Haupteinnahmequelle entwickeln.
 

Dem Herzen folgen

Letzten Endes führt alles darauf hinaus, dass Du genau das machen solltest, was Dir am Herzen liegt und Deinem Leben Sinn gibt. Meistens geht der Verstand in eine ganz andere Richtung, doch wenn Du auf Dein Herz hörst, wirst Du den richtigen Weg einschlagen. Lass Dir dabei von niemandem dreinreden und entscheide ganz für Dich alleine, wohin Dich Deine Zukunft führen soll. Vertraue auf Deine Intuition und Inspiration in Einklang mit Deinem Herzen. Denn sie zeigen Dir als inneres Navi die richtige Richtung. Wenn Du Deiner Berufung folgst, wird sich irgendwann ein Gefühl der Freiheit einstellen. Denn nichts und niemand engt Dich mehr ein und Du kannst Dich endlich verwirklichen.

 

Auszeiten zum Nachdenken

Um in Dich hineinhören und Deine Berufung finden zu können, ist es wichtig Dir Raum für Auszeiten zu nehmen. Sie geben Dir die Möglichkeit in Dich zu kehren und nachzudenken. Anfänglich können es längere Zeiten sein, um Dich aus den gewohnten Strukturen Deines Alltags zu lösen. Später genügen vielleicht kürzere Ruhepunkte, die Dir dabei helfen auf dem neuen Weg den Kurs zu halten. Meditationsübungen können eine unkomplizierte Form sein, regelmäßig innezuhalten und sich zu besinnen. Wichtig ist, dass Du immer wieder aus den Strukturen des Alltags ausbrichst und Abstand zu den vielen Einflüssen gewinnst, die tagtäglich auf Dich einwirken und den Blick auf Dich selbst verstellen. Wenn Du Deiner Berufung folgen möchtest, müssen die Veränderungen, die Du anstrebst, aus Dir heraus kommen und nicht von außen.

 

Mut haben

Die Berufung zu finden ist eine Sache. Sie zu verwirklichen und zu leben ist noch einmal eine ganz andere, zu der es auch etwas Mut braucht. Es geht nicht darum, Hals über Kopf radikale Wege einzuschlagen und gleich am nächsten Tag den Job zu kündigen, aber Du wirst erste kleine Schritte gehen müssen, um Dein Leben zu verändern. Und nicht immer wird alles glatt laufen, sodass Du Dich nicht zu schnell entmutigen lassen solltest. Wenn Du weißt, was Du willst, tausche Dich mit anderen aus, die einen ähnlichen Weg gegangen sind und Dir wertvolle Tipps geben können. Doch vergesse nicht Dich und Deine inneren Wünsche im Auge zu behalten. Probiere neue Dinge aus, teste Deine Ideen und habe keine zu große Angst davor, Fehler zu machen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Nur mit Mut lässt sich Deine Berufung finden und leben.


Zusammenfassend gesagt: Tue das, was Du liebst und was Dir Freude macht. Dann bist Du auf dem besten Weg, Deine Berufung zu finden. Wahrscheinlich musst Du dafür Deine Komfortzone verlassen, doch die Belohnung dafür wird mehr Erfüllung und ein neuer Sinn im Leben sein. Wenn Du nicht recht weißt, wie Du den ersten Schritt machen sollst, um Deine Bestimmung zu leben, ist der Online-Kurs von Lea Hamann eine gute Hilfe. Darin nimmt sie Dich an die Hand und begleitet Dich Schritt für Schritt auf dem Weg, Dein in Dir schlummerndes Potenzial zu wecken und zu nutzen.