Die Begriffe Manager und Gelassenheit gehen eigentlich per Definition nicht zusammen. Oder besser: Sie gingen lange nicht zusammen. Bis Frank Behrendt kam. Der 54-Jährige ist seit 30 Jahren im Top-Management der wohl schnelllebigsten und als anstrengend geltenden Branchen unterwegs: Er hat als Musikmanager mit Stars wie Nena oder Howard Carpendale gearbeitet, hat die Marketing-Abteilung von RTL geleitet und war im Vorstand einer der größten deutschen PR-Agenturen. Heute arbeitet er als Senior Advisor bei der Agentur-Gruppe Serviceplan und tritt als Key-Note-Speaker auf. 

Gleichzeitig gilt Frank Behrendt als “Guru der Gelassenheit”. Seine zehn Ratschläge für eine entspannte Haltung, die er in dem Buch “Liebe dein Leben und NICHT deinen Job” ausführt, sind zum inspirierenden Standard-Werk für viele Menschen geworden. Er lebt täglich vor, wie beides zusammengeht: Gelassenheit und gute Laune - und Erfolg im Job. Was kann sich jeder von Frank Behrendt abschauen?

Profilbild für Frank Behrendt

Frank Behrendt

PR-Fachmann und Guru der Gelassenheit

Frank Behrendt, geb. 1963, ist seit gut 20 Jahren ausgewiesener PR- und Kommunikationsfachmann mit intensiven Kontakten zu Medien, Wirtschaft und Politik. Nach Stationen bei BILD, Dornier, Henkel, RTL Television und Universal Music war der Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München Deutschland-Chef bei KetchumPleon, bevor er 2011 als Vorstand zur fischerAppelt AG wechselte.

Seit Februar 2017 ist er in der Serviceplan-Gruppe tätig. 2017 wurde er von der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) als "PR-Kopf des Jahres" ausgezeichnet. Auf sinnsucher.de ist Frank Behrendt der Experte für Gelassenheit und gesunde Work-Life-Balance. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Köln.

Er sucht sich Ratgeber

Als alter Winnetou-Fan und für sein neues Buch “Die Winnetou-Strategie: Werde zum Häuptling deines Lebens” hat Frank Behrendt sich mit der Kultur der Indianer beschäftigt - und einige Punkte entdeckt, in denen wir von ihnen lernen können: Der Respekt vor der Weisheit, beispielsweise, wie er im Ältestenrat in indianischen Stämmen gelebt wird. “Die Ältesten geben einfache und pragmatische Botschaften, wie z.B. hör dir beide Seiten an, bevor du eine Entscheidung fällst”, sagt Frank Behrendt. Auch bei uns hätten ältere Mitarbeiter oft eine Grundgelassenheit, lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Er schätzt die Gespräche mit älteren Kollegen und respektiert ihre Erfahrung. “Das hilft, geerdet zu bleiben”, sagt er.

Er lernt aus seinen Fehlern

“Ich bin nicht als Guru der Gelassenheit auf die Welt gekommen”, scherzt Frank Behrendt. Gerade zu Beginn seiner Karriere, in den 90er Jahren, habe er den falschen Fokus gesetzt, seine erste Ehe ging dabei in die Brüche. “Damals dachte ich: ich muss jetzt reinhauen, Karriere machen und Geld verdienen, dann kann ich meiner Familie später ein schönes Leben bieten”, erinnert sich Behrendt. Zu spät wurde ihm bewusst, dass das, was seine Familie eigentlich von ihm wollte, nichts mit Geld zu tun hatte. “Damals hat mir das Korrektiv gefehlt”, sagt Frank Behrendt heute. Als er vor dem privaten Scherbenhaufen stand, hat er gemeinsam mit einem Coach darüber reflektiert, was ihm eigentlich wichtig, was falsch gelaufen war. Heute ist er glücklich verheiratet mit Patchwork-Familie: “Ich habe mich sehr konsequent daran gehalten, was ich aus meinen Fehlern von damals gelernt habe.” 

Er nimmt sich ernst, aber nicht wichtig

Visitenkarten, Titel, Elitekader - Frank Behrendt sieht all diese Dinge relativ: “Man stellt schnell fest, dass das nicht der Nabel der Welt ist.” Auch wenn es wichtig ist, den Job gewissenhaft und mit Ernsthaftigkeit zu verfolgen, sei es notwendig, sich ab und zu bewusst zu machen: “Der Fortbestand der Menschheit hängt nicht von mir ab und wenn ich mal nicht erreichbar bin, geht die Welt bestimmt nicht unter.”  In seinem Buch schreibt er: “Mach dir jeden Morgen noch mal klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen.” Distanz und eine gewissen Ironie gegenüber sich selbst machen gelassen und halten gleichzeitig am Boden: “Nimm dich ernst, aber nicht wichtig”, schreibt Frank Behrendt. 

Er sucht nicht die Balance

Viele Menschen streben nach einer “Work-Life-Balance”, danach, das richtige Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben zu finden. Daran glaubt Frank Behrendt nicht. “Für mich ist Arbeit und Privatleben eine Verschmelzung. Keine Balance, sondern eins.” Das dauernde Fokussieren auf Feierabend und Wochenende trage nicht nur Gelassenheit bei. “Dieses: Montag bis Freitag arbeiten wir uns kaputt, revitalisieren uns am Wochenende und hauen dann wieder rein - das hat etwas sklavisches.” Natürlich werden termingerechte und qualitativ hochwertige Arbeit weiterhin die Voraussetzung für beruflichen Erfolg sein. Doch ist Frank Behrendt überzeugt, dass wir uns in der Arbeitswelt der Zukunft stärker frei einteilen können, wann und wo wir arbeiten, dank den technischen neuen Möglichkeiten. “Ich kann mich Mittwochnachmittag ans Rheinufer setzen und entspannen, aber dafür arbeite ich dann eben am Samstag mal.”

Er ist wissbegierig

“Wer sich nicht interessiert, kann auch ohne Kopf rumlaufen” - mit diesem Satz ist Frank Behrendt aufgewachsen. Beruflich und menschlich ist die Neugier der Motor, der ihn mit immer neuen Themen, Menschen und Ideen in Kontakt bringt: “Jeder hat eine Story zu erzählen. Man muss sie nur entdecken.” Es geht nicht immer darum, Menschen direkt anzusprechen - manchmal kann es schon neue Impulse geben, andere Menschen zu beobachten. “Überall warten Möglichkeiten für Begegnungen”, schreibt Frank Behrendt. “Hier kommt wieder die positive Einstellung ins Spiel: Der interessierte Blick geht nach außen und nach vorne, zu den Menschen und Chancen, die sich bieten.” 
 

 

Möchtest Du mehr über Frank Behrendt und dem Geheimnis seiner ansteckenden Fröhlichkeit erfahren?

Wir empfehlen Dir das Interview mit dem Online-Magazin 59plus

https://www.59plus.de/stern-kolumnist-frank-behrendt-winnetou-und-die-weisheit-des-alters/