In therapeutischen Behandlungen ist die The Work Methode von Byron Katie bereits fester Bestandteil. Vier Fragen und die spezielle Umkehrtechnik haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Gesprächstherapie bewährt – vor allem in Bezug auf die Bearbeitung negativer Glaubenssätze. Die Methode kann von jedem und für jede Lebenslage angewendet werden. Doch worum handelt es sich genau und was bringt es wirklich?

 

Die Macht der negativen Glaubenssätze


Bestimmt kennst Du das auch: Du hast Angst vor einer neuen Herausforderung, weil Du denkst, Du schaffst das nicht. Oder Du fühlst Dich unattraktiv oder gehst mit der Einstellung durchs Leben, ein wahrer Pechvogel zu sein. All das sind negative Glaubenssätze, die sich durch Erziehung und Erlebnisse über die Jahre gefestigt haben. Das Dumme daran: Unbewusst suchen wir immer nach der Bestätigung, dass diese Glaubenssätze wirklich stimmen. Und so wirken sie sich auf unsere Handlungen und Entscheidungen aus. Mit dem Ergebnis, dass wir uns selbst ein Bein stellen und unbewusst verhindern, dass sich die Dinge zum Besseren wenden. Doch die negativen Glaubenssätze sagen viel über eine Persönlichkeit aus. Und sie lassen sich verändern. Es gibt einige Therapieansätze, die mit dieser „kognitiven Umstrukturierung“, also mit der Veränderung der inneren Überzeugungen, arbeiten. Ein Beispiel dafür ist The Work von Byron Katie.

 

Was genau ist die Grundlage von The Work?

Die Methode basiert knapp zusammengefasst auf vier Fragen, die sich der Betroffene während seiner psychischen Krise über seine eigenen Überzeugungen und negativen Glaubenssätze stellen sollte: 


1.    Ist das wahr? (Ja oder Nein)
2.    Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? (Ja oder Nein)
3.    Wie reagierst Du (was passiert in Dir), wenn Du diesen Gedanken glaubst? 
4.    Wer wärst Du ohne den Gedanken?


Zu Frage Nummer 3 gibt es noch weitere Aspekte, die sich der Betroffene genau überlegen sollte:


•    Beschreibe die körperlichen Empfindungen, die auftauchen, wenn Du diesen Gedanken hast.
•    Wie behandelst Du Dich und andere Personen, wenn Du diesen Gedanken hast?

 

the work byron katie


 

Wie funktioniert The Work?


Natürlich wird nicht jeder, der sich die vier Fragen stellt, sofort eine innere Erleuchtung erleben. Es bedarf einiger Übung, Dich mit Dir selbst und Deinem persönlichen Gedankengut zu befassen. Bei dieser Technik wird Dir der Spiegel vorgehalten, Du kannst über Dich selbst reflektieren und dann versuchen, Deine Gedanken und Einstellungen zu modifizieren.


Es gibt bei The Work einen gewissen Ablauf, der den Einstieg in die Methode erleichtert:


•    Erster Schritt: Beurteile Deinen Nächsten.
Was Du eigentlich nicht tun solltest, darf bei The Work sogar schriftlich festgehalten werden: Beurteile Deine Mitmenschen. Suche Dir dabei eine bestimmte Person heraus, deren Verhalten Dir widerstrebt und schreibe alles auf ein Arbeitsblatt, was Dich daran stört. Zum Beispiel: Mein Freund hört mir nie zu. Er versteht mich nicht. Er muss immer Recht haben.

 

•    Zweiter Schritt: Beantworte die vier Fragen.
Nun kommen die vier Fragen ins Spiel: Untersuche Deine aufgeschriebenen Gedanken genau nach den vorgegebenen Fragen der The Work Methode. Dabei geht es vor allem darum, ein Bewusstsein über die eigene Denkweise zu entwickeln, nicht darum, die Gedanken grundlegend zu verändern.

 

•    Dritter Schritt: Kehre Deine Gedanken um.
Bei diesem Schritt solltest Du für die Aussage, die Du zuvor anhand der vier Fragen analysiert hast, mindestens drei Umkehrungen finden, die Deinem Gedanken eine andere Sichtweise verleihen. Das Ziel der Fragen ist nämlich, die eigenen Glaubenssätze, die Stress auslösen, zu hinterfragen und umzukehren. Beispielsweise der Gedanke „Er hört mir nie zu“ kann auf verschiedene Weisen umgekehrt werden und dazu anregen, mehr über die eigene Denkweise zu erfahren:
„Ich höre mir nie zu“
„Ich höre ihm nie zu“
„Er hört mir zu“

 

Ein weiteres Beispiel für eine Umkehrung wäre:
„Er versteht mich nicht“
„Ich verstehe ihn nicht“
„Ich verstehe mich nicht“
„Er versteht mich“

 

Das lässt sich auf die verschiedensten Bereiche anwenden, beispielsweise auf den Umgang mit Kollegen, mit den Kindern oder den Eltern, mit bestimmten Situationen. Durch diese Selbstreflexion kommt allmählich die Erkenntnis, dass oft die eigene Einstellung der Grund für die Probleme ist. Da Du die Welt um Dich herum schwer ändern kannst, liegt es also an Dir, Deine Denkweise an Deine Umwelt anzupassen und damit Deinen inneren Konflikt zu bewältigen.


Die Autorin der The Work Methode berichtet übrigens, dass sie bei sich selbst genau all das beobachtete, was sie immer den anderen Personen zugeschrieben hatte. Diese Erfahrung deckt sich mit der Theorie des „Schattens“ von C.G. Jung. Alle Eigenschaften, über die wir uns bei anderen aufregen, besitzen wir selbst. Doch wir lehnen diesen Anteil an uns vehement ab und wollen ihn nicht wahrhaben.

 

•    Vierter Schritt: Akzeptiere die Wahrheit.
Durch The Work wirst Du zu Erkenntnissen kommen, auf die Du im ersten Moment mit Abwehr reagieren wirst. Doch hier beginnt der Prozess, Dich Deinen Gedanken zu stellen und zuzulassen, dass der Ursprung Deiner Probleme tatsächlich bei Dir selbst liegt. Dieser vierte Schritt ist für viele der wohl schwierigste.

 


Was kann The Work alles verändern?


Aufgrund von Erfahrungsberichten konnte die Autorin Byron Katie verschiedene einschneidende Veränderungen im Leben ihrer Leser und Hörer durch die The Work Methode zusammentragen. Unter anderem berichteten sie davon, dass 
•    sich ihre Depressionen in Luft auflösten.
•    sie Stress besser bewältigen konnten.
•    sich Beziehungen zwischen Partnern und Familienmitgliedern verbesserten.
•    Wutanfälle und Aggression verschwanden.
•    sie Dinge klarer sehen konnten.
•    sie mehr Energie hatten.
•    sie mehr inneren Frieden spürten.

 

 

Ist The Work für jeden geeignet?


The Work wird nicht als eigenständige Therapie-Methode gesehen, sondern als zusätzliche Möglichkeit, während der Psychotherapie noch tiefer ins eigene Ich einzutauchen. Doch völlig unabhängig von einer Psychotherapie kann sich jeder diese Technik zunutze machen. Die Fragestellungen sind wertvolle Denkansätze, die uns alle weiterbringen können. Vorausgesetzt, wir wollen an uns arbeiten und den Geist für neue Perspektiven öffnen.

Denn laut Byron Katie liegt es an unserer eigenen Einstellung gegenüber der Welt, unseren Mitmenschen und besonders uns selbst, wie wir eine Situation erleben. Haben wir ein negatives Bild, empfinden wir die Welt auch als negativ. Genauso ist es umgekehrt: Wenn wir mit einer positiven Einstellung durchs Leben gehen, kommt uns alles viel positiver vor. 
Um die eigene Einstellung zu verändern, müssen wir uns jedoch aus unseren festgefahrenen Anschauungen befreien und offen für den Perspektivenwechsel sein. 

 

Warum haben unsere Gedanken eine so große Wirkung?


Ob bewusst oder unterbewusst: Jeder Gedanke löst eine gewisse Emotion aus. So nehmen Gedanken Einfluss auf unsere Befindlichkeit, unsere Gestimmtheit. Eine negative Gestimmtheit wiederum kann zu psychischem oder physischem Stress führen, Ängste oder Depressionen anstoßen. Nur zu oft sind dann Alkohol oder Medikamente das Mittel der Wahl, um sich zu beruhigen, zu entspannen oder aufzuheitern. Diese helfen allerdings nur kurzfristig. Die große Gefahr: Bei übermäßigem Gebrauch kann sich im schlimmsten Fall eine Sucht entwickeln, mit schweren Folgen für Körper und Geist. 
Diese Kettenreaktion wird allein durch unsere Gedanken ausgelöst. Die Theorie von Byron Katies The Work ist also, an diesem Auslöser anzusetzen, um die weiteren Reaktionen ins Positive umzulenken.

 

Wer ist Byron Katie?


Die US-Amerikanerin Byron Katie hat die Methode entwickelt, nachdem sie selbst unter großen psychischen Problemen litt. Während der 70er Jahre war sie von verschiedenen Suchtmitteln wie Alkohol, Nikotin und Medikamenten abhängig, kämpfte gegen ihre Depressionen an und neigte zu Aggressivität. Während ihrer Therapie stellte sie sich eines Tages eben diese vier Fragen, die inzwischen die Basis von The Work geworden sind. Als sie erkannte, dass es ihre eigenen Gedanken waren, die sie jahrelang krank machten, fühlte sie sich schlagartig besser.
Seit 1986 vermittelt die Texanerin nun auf Vorträgen und durch ihre Bestseller ihr Wissen im Umgang mit psychischen Problemen. Ihre eigene Erfahrung macht sie dabei besonders authentisch und glaubwürdig.

 

Wer die wunderbare Methode The Work von Byron Katie erlernen und ausüben möchte, sollte den Online-Kurs auf sinnsucher.de nicht verpassen. Die deutsche Expertin Ina Rudolph erzählt in diesem Online Kurs, den Du jederzeit starten kannst, alles zu The Work und begleitet Dich auf dem Weg in eine positive Lebensführung. 

Profilbild für Ina Rudolph

Ina Rudolph

Schauspielerin & Coach für THE WORK

Der Beweis dafür, dass man nicht nur ein Talent ausleben und in eine erfolgreiche Karriere verwandeln kann: Ina Rudolph. Geboren 1969 in Brandenburg an der Havel, ist sie in ihren verschiedenen Rollen als Schauspielerin, Roman- und Sachbuch-Autorin sowie als Coach für Selbstverwirklichung wohl das, was man als klassisches Multitalent bezeichnen würde. Sie ist als Trainerin für „The Work“ von Byron Katie ausgebildet und hält dazu Vorträge, gibt Seminare und bietet Einzelberatungen an. Ina Rudolph lebt in Berlin.